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Stöber: Arcor wird nicht zerschlagen

22.03.2001 | 00:00 Uhr |

Im Streit zwischen den Eigentümern der
Telefongesellschaft Arcor (Frankfurt/Main) um die Zukunft des
Unternehmens zeichnet sich eine Lösung ab. In vier bis fünf Monaten
könnten die Verhandlungen zwischen Vodafone und der Deutschen Bahn
beendet werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Arcor AG & Co.,
Harald Stöber, am Donnerstag auf der CeBIT in Hannover. Zugleich
wies er Presseberichte über eine mögliche Aufspaltung der Vodafone-
Tochter zurück. Die Bahn denke nicht im entferntesten daran, Arcor
zu zerschlagen.

Der geplante Börsengang der zweitgrößten Festnetzgesellschaft in
Deutschland war Ende 2000 vorläufig geplatzt, weil sich die Deutsche
Bahn gegen diesen Schritt stemmte. Vorstandschef Hartmut Mehdorn
möchte die Fernmeldeanlagen und den Zugfunk nicht völlig verlieren.
Die Bahn hält einen Anteil von rund 18 Prozent an Arcor, hat aber
trotzdem die vollen Rechte eines Minderheitsaktionärs (25 Prozent)
und kann damit den Börsengang blockieren.

Man müsse diese Anlagen nicht unbedingt besitzen, sagte Stöber
weiter. Aber das Dienstleistungsgeschäft (Betrieb der Anlagen) wolle
Arcor nicht aus der Hand geben. Nach wie vor strebt die Vodafone-
Tochter den Börsengang an. Voraussetzung hierzu ist zunächst die
Einigung mit der Deutschen Bahn und die Umwandlung in eine
Aktiengesellschaft. Stöber: «Wir müssen an die Börse, weil wir eine
Währung brauchen, um zu wachsen.» Geplant ist weiterhin, einen Anteil
von 25 Prozent zu platzieren.
dpa

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