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Strategy Analytics: iPhone Mini wird Antwort auf Apples Problem mit Samsung

06.01.2013 | 14:20 Uhr |

Ausbau der Produktpalette und kürzere Modell-Zyklen soll Plagiate von Firmen wie Samsung stets zu spät kommen lassen und Apples Umsätze kräftig steigern.

Die Marktforscher von Strategy Analytics erwarten, dass Samsung in 2013 seinen Vorsprung gegenüber stetig ausbauen wird, wenn bei Apple sich nichts ändert. So ist nun 2013 die Gelegenheit für Apple, den Spieß umzudrehen und durch ein paar Änderungen in seiner Marktstrategie Samsung und weitere Konkurrenten auf Dauer hinterherhinken zu lassen: Durch Kürzen der Produkt-Zyklen, Ausbau der Produktserien und Einführen von mehr neuen Produkten.

Samsung hat sich mittlerweile zum Marktführer im Smartphonemarkt gemausert - zumindest in den Geräteumsätzen. Zwar hat Apple immer noch bei den Gewinnen die Nase vorn, aber die wesentlich breitere Produktpalette inklusive vielen günstigen Einsteigermodellen bei Samsung gewinnt mehr und mehr Kunden. Natürlich stehen nicht alle Modelle in direkter Konkurrenz zu dem iPhon , sondern bieten Smartphones für Kunden, die sich kein iPhone leisten können oder wollen. Apple setzt derzeit in seinen einjährigen Smartphone-Zyklen auf ein einziges neues iPhone-Modell (in drei RAM-Versionen) und bietet Vorgängermodelle zu vergünstigten Preisen an. Laut einer Statistik von Comscore hält Apple damit 35 Prozent des mobile-Geräte-Marktes in den USA, wohingegen Android-basierte Geräte sich auf 53,7 Prozent aufsummierten.

Kürzere Produkt-Zykle n

Das Gerücht, dass Apple seine neue iPhone-Version künftig öfter als einmal pro Jahr neu überarbeitet herausgeben wird, ist so alt wie das iPhone selbst. Aber dieser lange Zyklus bis zur nächsten Version ist die Ursache, warum das iPhone durch Plagiate und Kopieren so angreifbar ist: Innerhalb von sechs Monaten nach der iPhone-Freigabe schaffen es viele Konkurrenten, die neuen Features des iPhones nachzubauen und für ihre eigene Produktpalette anzubieten. Die Verkaufszahlen sieht Apple jeweils direkt nach der Freigabe eines neuen iPhones in den ersten Monaten die Nachfrage emporschnellen. Dannach kann Apple normalerweise dieses Hoch nur noch halten, indem für das neue iPhone neue Netzwerkanbieter und neue Länder als Absatzmarkt erschlossen werden. Langfristig ist die letzte Ausbaustrategie aber nicht zu halten, denn Apple deckt mittlerweile die meisten lukrativen Märkte  bereits jetzt ab. Samsung hingegen hat seinen Smartphone-Zyklus perfekt auf das iPhone abgestimmt und bringt sein neues Spitzenmodell Galaxy mit den letzten iPhone-Features pünktlich sechs Monate nach dem iPhone auf den Markt. Spätestens dann lässt die iPhone-Nachfrage spürbar nach. Wenn Apple hingegen seinen Freigabe-Zyklus auf ein halbes Jahr verkürzt, dann haben Nachahmer kaum eine Chance, potentielle neue iPhone-Kunden abzugraben. Gleichzeitig bietet es für Apple die Gelegenheit, seine beliebte Strategie von inkrementellen Updates auszubauen und ständig wieder einen neuen Standard zu setzen. Gerüchte hoffen bereits seit der Freigabe des iPhone 5 auf ein iPhone 5S-Modell, das auch NFC unterstützen soll .

Ausbau der Produktpalette

Bereits mit dem iMac zeigte Apple, wie einfach und effektiv die Palette belebt werden kann: Nach der Einführung des Ur-iMacs in Bondi Blue im August 1998 kam das nächste Modell in gleich fünf Farben in den Handel . Analyst Brian White von Topeka Capital Markets erwartet, dass nun auch das näcste iPhone-Modell in zwei Bildschirmgrößen und einer Reihe von neuen Farben angeboten werden wird. Genau gesagt hofft er auf ein iPhone 5S in Schwarz, Weiß, Pink, Gelb und Blau.

Neue Farben alleine werden für Apple aber nicht genug sein. Traditionell kommen neuen Versionen immer mit mehr Kaufanreizen und neuen Funktionalitäten. Ein Ausbau der Palette mit verschiedenen Bildschirm-Größen kommt mit erhöhten Produktionskosten, aber letztendlich verkauft Apple derzeit 205 iPhones pro Minute und jeder Umbau von Fertigungsanlagen wird immer noch eine Massenproduktion erfordern.

Neue Produkte

eil Mawson, CEO von Strategy Analytics , erwartet von Apple ein iPhone-Mini innerhalb der nächsten drei Jahre. Apple scheint bereits seit Jahren Pläne in der Hinterhand zu haben, wie //www.macwelt.de/news/Neuerungen-Das-bringt-iOS-6-5947305.html?redirect=1:abgespeckte Geräte unter iOS laufen könnten und Mawson schätzt, dass Apple auf Samsungs Erfolg mit einem iPhone Mini oder Nano antworten wird, dass mit einem kleinen Bildschirm und begrenztem Speicher lediglich Siri und eine Handvoll von Apps , wie Mail, Kalender und Karten, unterstützen wird. Da Siri aber immer noch in Beta-Version ist, wird dieses kleine iPhone höchstwahrscheinlich noch nicht in 2013 in den Handel kommen. Mawson erwartet, dass in 2014 der Druck für neue Absatz-Märkte bei Apple so hoch sein wird, dass auch die Entwicklung von " tragbarer Apple-Mode " neue Produkte bringen wird.

Lohnt sich das für Apple?

Für Apple kann die Fragmentierung des Smartphone-Markts unter Android ein warnendes Beispiel setzen. Apple hat eine riesige Kundenbasis von //www.macwelt.de/news/iPhone-5-Time-iPhone-5-ist-Gadget-des-Jahres-7132795.html?redirect=1:loyalen (und zufriedenen) Anwendern , fährt immer noch die größten Gewinne ein und warum soll eine Strategie geändert werden, wenn sie offensichtlich auf Erfolgskurs liegt?

Aber Apple ist nicht die Firma, die Stillstand verspricht und für viele Kunden ist Apple das Synonym für das Versprechen von neuen technischen Revolutionen. Die Einführung des iPad Mini zeigt, dass Apple keineswegs davor zurückschreckt, sich Konkurrenz im eigenen Haus zu bereiten, wenn dies einen sichereren Griff des Markts verspricht. Samsung kann sich nicht zu sehr auf seiner Marktführer-Position in 2013 ausruhen, nicht wenn neben Apples Innovationen auch Google eine neue Produktserie von Motorola Mobility-Smartphones unter Android verspricht.

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