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Nvdia verschärft Patentstreit mit Intel

12.10.2009 | 11:52 Uhr |

Nvidia schiebt nun offiziell Intel die Schuld zu und legt Entwicklungen an Chipsätzen auf Eis. Marktforscher hingegen fragen sich, ob sich dahinter nur geschickte Taktik und jede Menge Schall und Rauch für Umstrukturierungen verbergen.

Nvidia verbündet sich mit Electronic Arts
Vergrößern Nvidia verbündet sich mit Electronic Arts

Nvidia hat nun offiziell die Entwicklung an neuen Chipsätzen, die mit Mikroprozessoren von Intel arbeiten sollen, auf Eis gelegt. Schuld daran seien "unfaire Geschäfts-Strategien von Intel" , berichtete Nvidia am letzten Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Damit geht ein Patentstreit zwischen Nvidia und Intel in die nächste Runde. Seit 2004 beschuldigen sich beide Parteien, gegen einen Chip-Lizenzvertrag zu verstoßen. Im Februar hat Intel eine Gerichtsanordnung angefordert, wonach Nvidia die angeblich unlizensierte Produktion von Chips einstellen soll, die Intels Nehalem -basierten Bus betreffen, der die CPU mit dem RAM verbindet. Nvidia behauptet im März in einer Gegenklage , dass der geschlossene Lizenzvertrag zwischen den beiden Firmen auch den Bus umfasst.

Ein Pressesprecher von Nvidia hat nun berichtet, dass Intel "mit unhaltbaren Behauptungen Nvidia die Entwicklung von Chips für zukünftige CPUs" zu untersagen versucht. Bis zur Klärung des Rechtsstreites sei jetzt aber jede Entwicklung erst einmal auf Eis gelegt.

Ist der Rechtstreit mit Intel für Nvidia Grund oder Vorwand?

Chuck Mulloy, ein Pressesprecher bei Intel, berichtet hingegen seine Version: Die Unstimmigkeiten über die Auslegung des Lizenzvertrages haben einen Punkt erreicht, an dem ein Gericht zur Lösung hinzugezogen werden muss, beharrt Mulloy und fügt hinzu, dass seiner Ansicht nach Nvidias Einstellung der Entwicklung auf völlig anderen Gründen basiert.

In der Tat sehen zum Beispiel die Marktforscher bei Mercury Research den finanziellen Gewinn dieses Schrittes. Dean McCarron, der Chef-Analyst, erwartet, dass alle Ersparnisse durch Beenden der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich bei Nvidia nun in die Haupteinnahmebereiche wie Graphikchips umgeleitet wird. Eine solche Strategie würde sofort in gesteigerten Gewinn umgesetzt werden. Außerdem betont McCarron, dass kaum eine größere Umstellung der Technologien ohne Austausch von Rechtsklagen verläuft. So lagen sich vor einigen Jahren Intel und Via presseweit in den Haaren, um dann schließlich am Tag der ersten Verhandlung alle Klagen fallen zu lassen. Erfahrungsgemäß werden die Klagen meist wenige Monate nach der Einführung von neuen Busen beigelegt.

Hat Nvidia mit einer Neuentwicklung von Chipsätzen für Intels Nehalem Zukunft?

Chipsätze für CPUs spielen eine immer kleinere Rolle, da Intel mehr und mehr Komponenten direkt in die CPU einbaut, erklärt McCarron. Eine der größten Umstellungen von Intel in der Nehalem-Architektur ist die Integration von Speicher in die CPU und somit das Weglassen eines Front-Side-Busses.

Ein Pressesprecher bei Nvidia hingegen betont, dass Nvidia die Produktion von Chipsätzen für die Nehalem-Prozessoren, die noch den Front-Side-Bus verwenden, fortsetzen wird und in diesem Marktsegment noch auf Jahre hinaus eine Zukunft sieht.

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