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Strenger Internetfilter blockiert australische Nutzer

16.10.2008 | 11:01 Uhr |

Australische Internetnutzer werden in Zukunft viele Inhalte des Webs nicht mehr zu Gesicht bekommen. Als Teil einer Kampagne für mehr "Cyber-Sicherheit" wird das australische Netz in Zukunft gefiltert.

Wie der Nachrichtendienst heise berichtet , testen die australischen Behörden zurzeit ein System, mit dem bestimmte Inhalte im Internet automatisch gefiltert werden, sodass die Nutzer diese nicht mehr erreichen können. Illegale und nicht für Kinder geeignete Webseiten wären damit zukünftig nicht mehr erreichbar. Die Filterung findet direkt bei den Providers statt. Die Regierung hatte die Regulierungsbehörde ACMA (Australian Communications and Media Authority) damit beauftragt, eine schwarze Liste aus illegalen und jugendgefährdenden Webseiten zu erstellen.

So soll es keine Möglichkeit geben, diesen Filter zu umgehen oder auszuschalten. Lediglich die Kindersicherung können Nutzer auf eigenen Wunsch abschalten lassen. Illegale Webseiten bleiben in jedem Fall gefiltert. Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontiers Australia hat sich über die Pläne der Regierung beschwert. Der Filter bremse die Verbindungsgeschwindigkeit und filtere auch legale Inhalte, die zugänglich sein sollten. Die australische Regierung gibt 126 Millionen australische Dollar (etwa 63 Millionen Euro) für ihr "Cyber-Safety"-Programm aus.

Diskussionen in Europa

Auch in Deutschland ist es möglich, dass illegale Webseiten gefiltert werden. Die Landesregierung NRW hatte ab dem Jahr 2001 Internetprovider mehrfach dazu aufgefordert, bestimmt Seiten für ihre Kunden zu sperren. Gerichte hatten diese Praxis im nachhinein für rechtmäßig erklärt. Auch Suchmaschinen filtern in Deutschland bestimmte Inhalte.

Die EU berät zurzeit über einen Vorschlag, Nutzern den Internetanschluss abzuklemmen, wenn sie mehrfach bei illegalem Filesharing erwischt werden. Frankreich setzt sich vehement für dieses Modell ein. Ursprünglich stammt diese Idee von der Musik- und Filmindustrie.

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