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Studie: Chancen im UMTS-Markt werden überschätzt

25.09.2000 | 00:00 Uhr |

Der Einstieg in die Mobilfunktechnik der Zukunft, UMTS, könnte nach einer Studie für die Telefonfirmen zu einem Milliardengrab werden. Hohe Lizenzgebühren und der Netzaufbau machten UMTS in den Startjahren Wextrem unwirtschaftlich", sagte Volker Putz, Chef der Hamburger Unternehmensberatung Putz & Partner der "Welt am Sonntag". Pro Kunde beliefen sich die Einstandskosten auf 5.000 Mark.

Die sechs UMTS-Anbieter müssen insgesamt knapp 100 Milliarden Mark Lizenzgebühren sowie 60 Milliarden Mark Investitionen tragen. "Wenn man die Umsatzschätzungen der Anbieter von 250 Milliarden Mark im Jahr 2010 zu Grunde legt, ergibt dies bei 30 Millionen Kunden einen Betrag von mehr als 8.000 Mark, den der einzelne Kunde pro Jahr zum Gesamtumsatz beitragen müsste. Dies ist sehr unrealistisch", sagte Putz. Derzeit geben Handy-Nutzer im Jahr nur ein Achtel des Betrages aus.

Dem "Spiegel" zufolge kann sich die Einführung des UMTS-Standards zudem deutlich verzögern. Die Techniklieferanten von Siemens bis Nokia und Alcatel hätten Schwierigkeiten, die nötigen Teile rechtzeitig für die Tests zu liefern. Siemens befürchte bei einigen Komponenten "eine Verzögerung von sechs Monaten". Die Telefonfirmen müssten aber alleine für die Kredite zur Finanzierung der UMTS- Lizenzen täglich bis zu fünf Millionen Mark Zinsen aufbringen.

Im Jahr 2003 sollen die ersten UMTS-Netze arbeiten. Lukrativ werden sie nach Putz' Worten nur bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen. "UMTS lässt sich nur wirtschaftlich betreiben, wenn die Anbieter die Wertschöpfungskette ausbauen und neben der reinen Telefonie auch andere Services anbieten", sagte Putz. Dies könnten Videokonferenzen, Filmübertragungen oder eine Kreditkartenfunktion sein. dpa/ab

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