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Studie: Facebook-Likes verraten Computern Persönlichkeitsprofil

15.01.2015 | 15:53 Uhr |

Eine Studie von Forschern der University of Cambridge ergab nach Auswertung der Angaben von insgesamt 86220 Facebook-Nutzern, dass ihre ”Likes” einen Aufschluss über deren Persönlichkeitsmerkmale bietet, der die Einschätzung von Freunden und sogar Angehörigen überbieten kann.

Schon zehn Likes sollen für die Computer ausgereicht haben, um den Charakter einer Person besser einzuschätzen zu können als Arbeitskollegen, berichtet Bild der Wissenschaft im Artikel ” Computer können uns besser kennenlernen als Freunde ”. Demnach haben Forscher um Wu Youyou von der University of Cambridge über 86000 Facebook-Nutzer nach deren ”Likes” befragt, etwa ihre Vorlieben für Bilder, Videos, Texte und Kommentare auf Facebook. Zudem mussten die Teilnehmer einen umfangreichen psychologischen Test absolvieren, der Aufschluss über ihre Persönlichkeitsmerkmale wie Neurotizismus, Introversion und Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit bietet. Die Daten ließen die Wissenschaftler dann durch ihre Computer laufen und korrelierten Muster von Likes mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen. So soll etwa jemand, der auf Facebook Bilder von Salvador Dali mag und Beiträge zum Thema Meditation ”likt”, einen vergleichsweise hohen Grad von Offenheit demonstrieren.

Um herauszufinden, wie gut ihre Computersysteme im Analysieren tatsächlich sind, wurden anschließend Freunde und Angehörige der Versuchsteilnehmer um deren Einschätzung gebeten. Der Vergleich der Ergebnisse mit den Resultaten der Computeranalysen soll gezeigt haben, dass zehn Likes für die Computer schon reichen, um den Charakter einer Person besser als Arbeitskollegen einzuschätzen, um in der Charakteranalyse besser als Freunde zu sein, benötigten die Computer demzufolge mindestens 70 Likes, bei Familienmitgliedern seien es schon 150, und bei Lebenspartnern waren immerhin wenigstens 300 Likes erforderlich.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass man auf diese Weise der digitalen Analyse von Facebook-Likes Personen potentiell besser einschätzen könne, als die meisten Menschen, mit denen ein per Computer analysierter Nutzer zu tun habe – im Durchschnitt sollen von jedem Facebook-Nutzer 227 ”Gefällt mir”-Angaben vorliegen. Die Forscher sehen dabei durchaus eine Gefahr auf Verletzung der Privatsphäre und unterstützen dem Bericht zufolge die Entwicklung von Regelungen, die Nutzern volle Kontrolle über den Zugang zu ihren digitalen Spuren ermöglichen sollen.

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