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Studie: Fernsehen liegt beim Freizeitverhalten der deutschen vorn

13.05.2013 | 06:10 Uhr |

Die Medialisierung der Freizeit setzt sich der Studie zufolge weiter fort - das (mobile) Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Die Stiftung für Zukunftsfragen ist eine Initiative von British American Tobacco (BAT). Diese hat in Berlin ihren Freizeit-Monitor 2012 vorgestellt. Für diese Studie wurden über 4.000 Personen ab 14 Jahren repräsentativ befragt, wie häufig sie welche Freizeitaktivitäten ausüben. Die neunstufige Skala reichte hierbei von ”täglich“ bis zu ”niemals“. Dabei stellte sich heraus, dass Handy-, Internet- und Computernutzung weiterhin starke Zuwachsraten verzeichnen. Dennoch bleibe das Fernsehen das Leitmedium der Deutschen. Demnach sehen 98 Prozent der Bundesbürger regelmäßig fern, und der TV-Konsum liege auch in allen Lebensphasen auf dem ersten Platz. Allerdings geschehe dies häufig auch nebenbei, etwa beim Essen oder Telefonieren, beim Bügeln oder sogar Lesen. Doch auch Aktivitäten mit der Familie oder dem Partner beziehungsweise der Partnerin sowie Ausschlafen oder einfach seinen Gedanken nachhängen stehen weit vorn. Fast zwei Drittel der deutschen telefonieren dem Monitor zufolge inzwischen mobil, das sind 15 Prozent mehr als noch im Jahr 2007. Nach wie vor nutzen Männer mit 59 Prozent das Internet häufiger als Frauen (48 Prozent). Dabei ist der Anteil der Internetnutzer mit Abitur mehr als doppelt so hoch wie der von Bürgerinnen oder Bürgern mit Hauptschulabschluss (73 Prozent gegenüber 35 Prozent). Danach gefragt, für welche Aktivitäten die Bundesbürger gerne mindestens einmal pro Woche mehr Zeit hätten, antworten die meisten damit, spontan zu tun, wozu man Lust hat, auszuschlafen oder mehr Sex zu haben. Doch auch andere Aktivitäten wie mit Kindern spielen oder Sport zu treiben liegen mit ebenfalls über 50 Prozent der Benennungen weit oben an der Spitze. Ehrenamtliche Tätigkeiten dagegen stecken immer weiter zurück. Engagements in einer Bürgerinitiative oder ehrenamtlich im Sportverein, in der Kirche oder Partei werden von den meisten Bundesbürgern seltener als einmal jährlich ausgeübt, heißt es in dem Bericht weiter. Doch auch Facebook und andere soziale Medien sind für viele Bundesbürger nicht so interessant, wie man selbst als Nutzer vielleicht meinen könnte. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger hat dem Freizeit-Monitor gemäß daran kein Interesse. Dies sei einerseits eine Konsequenz der demographischen Entwicklung in Deutschland – je älter eine Gesellschaft sei, desto mehr überwiegen passive innerhäusliche Aktivitäten gegenüber außerhäuslichen, meint Professor Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Außerdem sei das verfügbare Freizeitbudget der Bundesbürger seit Jahren relativ konstant, während die Angebote weiter zunehmen. Zudem könne man ähnlich wie Geld auch sein Freizeitbudget nur einmal ausgeben. Davon seien hauptsächlich zeitintensive Aktivitäten betroffen. Weitere interessante Ergebnisse und detaillierte Diagramme sind auf der Internet-Seite Forschung aktuell der Stiftung für Zukunftsfragen zusammengefasst und dort auch als PDF erhältlich.

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