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AGBs: 75% stimmen zu, das erstgeborene Kind abzugeben

14.07.2016 | 10:31 Uhr |

Ein Experiment mit US-Studenten hat gezeigt, dass kaum jemand Nutzungsbedingungen aufmerksam liest.

Sie erinnern sich an das Experiment mit dem Asteroiden, der angeblich nächste Woche die Erde trifft , aber doch nur dem Beweis diente, dass Menschen in sozialen Netzen gerne Artikel teilen, ohne sie zu lesen? Von einer ähnlichen Studie berichtet Ars Technica. Forscher der Universitäten in Michigan und Connecticut luden Studenten aus niedrigen Semestern zur Teilnahme an dem vermeintlichen sozialen Netzwerk ihrer Universität namens NameDrop ein. Dessen Nutzungsbedingungen hatten es aber in sich. Zum einen hieß es darin, dass NameDrop alle Daten der Nutzer an die NSA weitergeben könne - was verklausuliert aber auch bei anderen Services der Fall ist. Eine zweite Klausel ging aber ins Absurde: Der Teilnehmer stimmte damit zu, sein erstgeborenes Kind an NameDrop zu übereignen, das gelte auch bis einschließlich 2050 auch für heute noch nicht geborene Kinder. Das erschreckende Ergebnis: Rund 75 Prozent lasen die Nutzungsbedingungen nicht und bestätigten diese einfach per Klick. Die Forscher sehen den Grund für das rasche Überlesen vor allem darin, dass derartige Verträge viel zu lang seien. Die im Experiment eingesetzte Datenschutzvereinbarung war fast 8.000 Worte lang, die Nutzungsbedingungen umfassten 4.300 Worte. Bei in dieser Weise aufgeblähten Texten sei es ein leichtes, unsinnige oder gar gesetzwidrige Klauseln einzubauen.

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