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Studie: Krise der New Economy ist hausgemacht

16.07.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Unrealistische Ziele, Wachstum um jeden Preis und Management-Fehler sind die wesentlichen Ursachen für das Scheitern vieler deutscher Firmen der New Economy. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Accenture (vormals Andersen Consulting), die die Gründe für den Niedergang der einstigen Börsenstars untersuchte. "Viele Unternehmen haben die Herausforderungen an ein tragfähiges Geschäftsmodell unterschätzt. Sie haben ihre Hausaufgaben häufig nicht gemacht", so Hanno Schmidt-Gothan, Partner von Accenture und Mitautor der Studie. Ideen und Kapital zur Gründung seien dagegen zur Genüge vorhanden gewesen. Aus Unerfahrenheit hätten sich viele Firmenvorstände zudem in den Strudel von überzogenen Wachstumserwartungen hereinziehen lassen und dabei häufig die Profitabilität sowie ihr eigentliches Kerngeschäft aus den Augen verloren.

Nur 49 von 336 Unternehmen am Neuen Markt haben über drei Jahre hinweg eine angemessene Rendite von jährlich mindestens zehn Prozent für die Anleger erwirtschaftet, heißt es in der Studie weiter. Darunter seien nur acht Firmen aus der Riege der einstigen Hoffnungs-Branchen Telekommunikation, Internet, IT-Services, Software und Medien. Diese zählten zudem zu den stärksten Verlierern der "Verlustveranstaltung Neuer Markt". Während der Nemax All Share seit seinem Höchststand im März 2000 um 83,2 Prozent abgestürzt sei, hätten beispielsweise die Telekom-Titel durchschnittlich 92,5 Prozent und die Dotcoms gar 93 Prozent an Wert verloren. Insgesamt seien am Neuen Markt seither mehr als 340 Milliarden Mark vernichtet worden.

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