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Subrosasoft: Datenspionage per Plug & Play

30.04.2007 | 14:36 Uhr |

Mac-User sind konspirativ. Womöglich zetteln sie eine Demo gegen George W. Bush an oder zumindest den Dritten Weltkrieg. Jedenfalls scheint Subrosasoft die kriminelle Energie der Apple-Gemeinde genauso hoch einzuschätzen wie die vielbeschworene kreative Power.

Warum sonst sollte der Hersteller aus Kalifornien ein Spionagetool vorstellen, das auf Mac-Rechner spezialisiert ist? Ein simpler Flash-USB-Stick kann Passwörter, Kontakte und Cookies von der Macintosh HD saugen - sogar wenn diese bereits gelöscht wurden.

Der MacLockPick wird in den USB-Port gesteckt und die Anwendung mit einem Doppelklick gestartet. Die Software durchforstet die Festplatte nach interessanten Daten und lädt sie auf den Stick. Ob der Rechner dabei aktiv oder im Schlafzustand ist, macht keinen Unterschied. Ist der Stick entfernt, kehrt der Mac wieder zu dem Status zurück, in dem man ihn vorgefunden hat. Der Spionage-Stick findet unter anderem die Benutzerpasswörter oder die Zugangsdaten für Drahtlosnetzwerke und Webmail-Accounts. Auch liest der MacLockPick aus, welche Porgramme benutzt und welche Dokumente angesehen wurden. Buddylisten und Kontakte, Cookies und die Internet-History, Suchbefehle und sogar gelöschte Daten bleiben kein Geheimnis mehr. Mit der mitgelieferten Software KeyLog-Reader lassen sich die Daten dann auslesen, sortieren und ansehen. Subrosasoft weist darauf hin, dass der MacLockPick nur für Angehörige von Behörden wie der Polizei gedacht ist. Der Käufer müsse belegen, dass er einer solchen Institution angehört. Der Preis für den MacLockPick liegt je nach Behörde und Bestellmenge bei 400, 450 oder 500 US-Dollar. Das Tool kann jedoch nur Rechner ab MacOS X 10.3 ausspionieren.  

Gefährlicher Einsatz

Besonders nützlich ist der MacLockPick deshalb, weil - so Subrosasoft - verdächtige Personen ihre Rechner häufig im Schlafmodus transportieren. Der mutmaßliche Terrorist geht also im Flieger auf Toilette und lässt das teure Macbook mit seinen Kontakten und Instruktionen für das nächste Verbrechen auf dem Fensterplatz. Natürlich bleibt er solange, bis sein ermittelnder Schatten sich die Daten unbemerkt von der Festplatte gesaugt und wieder zu seinem Platz zurückgekehrt ist. Wie plausibel dies klingt, mag jeder selber beurteilen. Setzt man das Szenario jedoch mit Büro, Kaffeepause, Chef oder Kollegen neu auf, dann bleibt nur die Hoffnung, dass die Beweispflicht vor dem Kauf eines MacLockPick mindestens einen Lügendetektortest beinhaltet.

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