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Auch Frankreich diskutiert Bezahlpflicht für Google & Co.

06.09.2012 | 09:20 Uhr |

In Deutschland sollen Suchmaschinen wie Google nach dem Willen des Bundeskabinetts künftig bei Veröffentlichung von Pressetexten zahlen. Jetzt greift die Diskussion über die Bundesgrenzen hinaus.

Noch im August hatte das Kabinett der deutschen Bundesregierung ein neues Leistungsschutzrecht beschlossen, nach dem Google und andere Suchmaschinen an die Verlage eine Gebühr entrichten müssen, wenn sie außer den Headlines weiteren Text der Meldungen anzeigen. Ausnahmen sollen Blogger, Verbände, Anwaltskanzleien und auch private Nutzer im Internet sein, wie der Nachrichtendienst Reuters berichtet. Der Gesetzesentwurf muss vom Deutschen Bundestag noch bestätigt werden. Darüber ist eine kontroverse Diskussion entbrannt. Kritiker wie auch das direkt betroffene Google befürchten, dass Nutzer künftig größere Schwierigkeiten haben werden, Inhalte zu finden, und dass zudem eine größere Rechtsunsicherheit über die Verwendung von Texten entstehe.

Dessen ungeachtet wollen sich nun auch französische Verlage dem Ansinnen anschließen, die Verwendung von entsprechenden Texten in Suchmaschinen gebührenpflichtig zu machen. Die Suchmaschinen selbst verdienen durch kontextbezogene Anzeigen, wogegen die Verlage zunächst leer ausgehen. Allerdings wird in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass Artikel häufig erst aufgrund dieser Suchergebnisse angesteuert werden – andere wiederum meinen, viele Nutzer würden sich mit der Überschrift und den ersten Zeilen eines Pressetexts zufrieden geben.

Der Verband der französischen Gesellschaft für Magazinverlage (SEMP) möchte die Diskussion jedenfalls nach Frankreich holen und bewirken, dass Google & Co. künftig für die Darstellung relevanter Suchergebnisse zur Kasse gebeten werden können. Im Gegensatz zum deutschsprachigen Google hat der Konzern in Frankreich bislang nicht darauf reagiert. Der deutsche Google-Sprecher Kay Oberbeck sprach von einem schwarzen Tag für das Internet in Deutschland, weil das neue Gesetz jeden Internetnutzer treffe.
 
Info: IDG News Service

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