922647

Sun Microsystems will mit neuen Geschäftsmodellen wachsen

02.06.2004 | 10:39 Uhr |

Hamburg/Shanghai (dpa) - Mit neuen Abo- und Geschäftsmodellen will Sun Microsystems der wachsenden Konkurrenz im Servermarkt trotzen.

Als Alternative zum Kauf von Computern will Sun seinen Kunden angesichts weiter sinkender Umsätze die Nutzung der Rechner ähnlich wie beim Leasing anbieten, berichtete die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Damit sollen Unternehmen bis zu zwei Drittel an Kosten einsparen können, hieß es.

"Ich glaube, dass Kunden in fünf Jahren für Hardware überhaupt nicht mehr bezahlen werden, sie wird kostenlos sein", sagte der neue Sun-Präsident Jonathan Schwartz dem "Wall Street Journal". Steigende Umsätze mit Software und Services sollen dem Unternehmen künftig erlauben, seinen Kunden Hardware kostenlos oder für eine Abonnement- Gebühr anzubieten. Das Geschäftsmodell soll künftig ähnlich wie im Mobilfunkmarkt funktionieren, in dem die Geräte mit den Einnahmen durch Telefonservices subventioniert werden.

Auf einer Unternehmenskonferenz in Schanghai stellte der weltweit drittgrößte Serverhersteller am Dienstag auch eine Reihe neuer Software-Lösungen vor. So soll die Nutzung und effiziente Auswertung von Daten, die mit Hilfe neuer, vor allem im Warenhandel eingesetzter Funk-Chips, so genannter RFID-Chips, gesammelt werden, mit einer neuen Software ermöglicht werden. Die Unternehmenssoftware Sun Java Enterprise System soll zudem neben dem Sun-eigenen Betriebssystem Solaris nun auch Linux unterstützen.

Sun Microsystems galt lange als technologisch richtungweisendes Unternehmen des Silicon Valley. Zuletzt hatte Sun im Geschäft mit Unternehmens-Servern jedoch stark mit wachsendender Konkurrenz etwa von Hewlett-Packard oder Dell zu kämpfen, die mit immer günstigeren Angeboten den Markt unter Druck setzten. Während IBM, HP und Dell zuletzt sowohl bei Absatz der Geräte als auch beim Umsatz zulegten, verzeichnete Sun nach Angaben der Marktforscher von IDC und Gartner bei steigendem Absatz einen Umsatzrückgang von 12,5 Prozent.

0 Kommentare zu diesem Artikel
922647