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Surface Book gegen Macbook Pro

08.10.2015 | 12:24 Uhr |

Microsoft attackiert mit dem Surface Pro 4 nicht nur das iPad, sondern mit seinem ersten Notebook Surface Book auch noch das Macbook Pro. Eine Einschätzung der Marktlage.

Mit dem Surface Book heizt Microsoft den Zweikampf gegen Apple noch mehr an: Denn jetzt baut der Software-Riese nicht nur Smartphones, Tablets, sondern auch Notebooks und greift damit das Macbook Pro von Apple an. Im Gegensatz zu den Tablets wenden sich beide Geräte an mobile Arbeiter, die eine ergonomische Tastatur und ein großes Touchpad schätzen. Durch die feste Verbindung von Display und Tastatur können Sie außerdem in jeder Situation arbeiten, zum Beispiel, wenn Sie das Notebook auf den Oberschenkeln platzieren. Das ist mit einer Tablet-Tastatur-Kombination kaum möglich.

iPad Pro gegen Surface Pro 4

Mit dem Surface Pro 4 stellt sich Microsoft klar in Konkurrenz zum iPad Pro. Im Wettstreit Apple gegen Microsoft könnte es aber noch ganz andere Verlierer geben. Lesen Sie unsere Einschätzung hier.

Der Unterschied in der Format-Philosophie wird aber auch hier deutlich. Wie das Pro 4 ist auch das Surface Book eine Mischung aus Tablet und Notebook: Während Sie beim Pro 4 die Tastatur aber dazu kaufen müssen, ist sie beim Surface Book dabei. Aber auch beim Book können Sie das Display entnehmen und als Tablet nutzen und über den Touchscreen mit dem Finger bedienen. Bei Apple ist ein Notebook dagegen ein Notebook: Ohne Touchscreen oder abnehmbare Tastatur.

Das Surface Book ist auch ein 2-in-1-Gerät, weil sich Display und Tastatur trennen lassen. Allerdings lässt der Bildschirm in fast jeden beliebigen Winkel öffnen. Außerdem können Sie den Bildschirm so auf die Tastatur falten, dass sich das Surface Book als Tablet nutzen lässt. Wichtiger aber für den produktiven Einsatz: Das Surface Book hat eine echte Tastatur und ein großes Touchpad mit Glas-Oberfläche.

Größer und schärfer: Der Display-Vergleich spricht für das Surface Book

Das Display des Surface Book ist etwas größer und etwas höher aufgelöst als der Bildschirm des Macbook Pro: Es misst 13,5 Zoll und zeigt 3000 x 2000 Pixel, während der Retina-Bildschirm mit 13,3 Zoll Diagonale auf 2560 x 1600 Bildpunkte kommt. Das ergibt auch einen leichten Schärfevorteil für das Surface-Notebook mit 267 gegen 227 ppi.

Beim Gewicht liegen Surface Book und Macbook Pro eng beieinander: Der Microsoft-Laptop bringt 1515 Gramm auf die Waage. Das Modell mit Nvidia-GPU wiegt 1579 Gramm, während das Macbook Pro 1580 Gramm leicht ist. Als Tablet wiegt der Book-Bildschirm 726 Gramm und ist damit übrigens minimal schwerer als das iPad Pro.

Bei der Rechenleistung spielt es auf jeden Fall in einer Liga mit dem Macbook Pro und anderen aktuellen Top-Notebooks. Da das Surface Book schon mit Core-Prozessoren aus Intels aktueller Skylake-Generation ausgestattet ist, während das Macbook Pro noch auf CPUs aus der Vorgänger-Generation Broadwell setzt, sollte es sogar einen kleinen Tempovorteil haben. Außerdem bringt das Surface Book eine Nvdia-GPU im Tastatur-Teil mit, die ihm höhere Leistung bei grafikintensiven Anwendungen bescheren könnte. Die Docking-Tastatur gibt es außerdem in einer Variante mit zusätzlichem Akku.

Die Skylake-Prozessoren könnten dem Microsoft-Notebook auch eine bessere Akkulaufzeit bringen. Allerdings hat Apple immer wieder bewiesen, dass OS X mehr Akkulaufzeit aus den Intel-Prozessoren herausholen kann als Windows.

Das Surface Book erscheint am 26. Oktober 2015 in den USA und Kanada. Wann und zu welchen Preisen es nach Deutschland kommt ist noch nicht bekannt. Die US-Preise beginnen bei 1500 Dollar. Das Modell mit Nvidia-GPU in der Tastatur kostet rund 1900 Dollar. Damit dürften die Euro-Preise für das Surface Book ungefähr bei den aktuellen Preisen für das Macbook Pro 13 liegen, die ab 1449 Euro starten.

Microsoft Surface Book

Apple Macbook Pro 13

Betriebssystem

Windows 10 Pro

MacOS X

Gewicht in Gramm

726 (nur Tablet) / 1515 (mit Tastatur)

1580

Höhe in mm

13 - 22,8

18

Speicher

128, 256, 512 GB oder 1 TB SSD

128, 256, 512 GB oder 1 TB SSD

Bildschirm

13,5 Zoll

13,3 Zoll

Auflösung / Punktdichte

3000 x 2000 / 267 ppi

2560 x 1600 / 227 ppi

Touchscreen

ja

nein

Prozessor

Intel Core i5, Core i7 (Skylake)

Intel Core i5 (Broadwell)

GPU

Nvidia (in Tastatur)

Intel Iris Graphics 6100

RAM

8, 16 GB

8, 16 GB

WLAN

11AC

11AC

Anschlüsse

2x USB 3.0, SD-Karte, Audio, Mini-Displayport

2x Thunderbolt 2, 2x USB 3.0, SD-Karte, HDMI, Audio

Kameras

8 MP / 5 MP (Front)

720p (Front)

Preis

ab 1500 Dollar

ab 1449 Euro

Fazit

Der größte Vorteil des Surface Pro 4 und des Surface Book ist ihre Flexibilität: Beide vereinen als 2in1-Geräte Tablet und Notebook. Während das Surface Pro 4 eher für Tablet-Nutzer interessant ist, die gelegentlich auch ein Notebook brauchen, erweitert das Surface Book die Zielgruppe um Anwender, die lieber mit einem Notebook arbeiten, aber hin und wieder auch ein Tablet benötigen.
Bei Apple müssen Sie sich dagegen entscheiden: Entweder nehmen Sie zum Arbeiten ein großes Tablet – das iPad Pro. Oder ein richtiges Notebook – das Macbook Pro.

Für die Microsoft-Geräte mit Windows 10 spricht im Arbeitsumfeld überdies die bessere Integration in Firmen-Netzwerke. Doch Apple holt hier auf und wird durch die Zusammenarbeit mit IBM weitere Lösungen anbieten.

Am Ende gewinnt Microsoft aber auf jeden Fall. Denn in vielen Unternehmen bleibt MS Office die erste Wahl bei der Produktiv-Software – und das Office-Paket gibt es nicht nur für Windows, sondern auch für iOS. 

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