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Surface: Microsoft steigt in das Tablet-Geschäft ein

19.06.2012 | 09:37 Uhr |

Microsoft hat in der Nacht in Los Angeles seinen ersten eigenen Tablet-Computer namens Surface vorgestellt.

Das neue Gerät kommt in zwei Versionen und will damit einerseits mit dem iPad und andererseits mit Ultrabooks von Lenovo, Asus. Samsung und anderen Herstellern konkurrieren. Genaue Preise und das Veröffentlichungsdatum stehen noch nicht fest.

Die Surface genannten Geräte kommen mit unterschiedlichen Betriebssystemversionen. Auf der ersten Ausgabe mit 10,6-Zoll-HD-Bildschirm, die etwa so dünn sein soll wie das iPad, will Microsoft sein Betriebssystem Windows RT installieren, die speziell an die im Tablet-Bereich weit verbreitete ARM-Plattform angepasste  Windows-Version. Später soll noch eine Fassung folgen, auf der sich Windows 8 installieren lässt. Während das ARM-Surface mit dem iPad in Konkurrenz treten soll, richte sich die etwas dickere Windows-8-Fassung gegen Ultrabooks von Herstellern wie Asus, Lenovo, Samsung und anderen. Die Windows-RT-Version soll etwa zeitgleich mit Windows 8 erscheinen, das für den Spätsommer erwartet wird, das Zwischending aus Tablet und Ultrabook mit Windows 8 will Microsoft etwa drei Monate später herausbringen. Preise nennt der Hersteller bisher nicht, sie sollen jedoch jeweils konkurrenzfähig zu Tablets bezeihungsweise Ultrabooks sein. Das Tablet-Surface soll mit 32 oder 64 GB Speicher ausgerüstet sein, die Ultrabook-Fassung des Surface komme mit bis zu 128 GB Speicher. Auf beiden Geräten soll die gleiche Software laufen können. Mit im Lieferumfang enthalten ist eine etwa drei Millimeter dünne Kunststoffhülle, die ausgeklappt auch als Tastatur zu gebrauchen sei.

Mit der Entscheidung, eigene Hardware zu produzieren, mache es Microsoft seinen ODM-Partnern noch schwerer, im Tablet-Markt zu bestehen, erklärt die Gartner-Analystin Carolina Milanesi dem IDG News Service.

Microsoft hat sich bei der Art der Präsentation von Apple inspirieren lassen und im Vorfeld nur vage von einer "wichtigen Ankündigung" gesprochen. Sogar den Ort der Pressekonferenz, zu der rund 300 Journalisten erschienen waren, hilet Microsoft bis zuletzt gehiem. Die Taktik ging insofern auf, als dass am Wochenende zahlreiche Spekulationen die Runde machten, ob Microsoft selbst in das Tablet-Geschäft einsteigen wolle oder sich die Neuigkeiten doch nur um eine neue Xbox oder andere Produkte drehen würden. Ob sich Microsoft mit dem Gerät zwischen Tablet und Ultrabook, auf dem auch Software für Desktops laufen wird, einen Gefalen erweist, solte sich rasch zeigen. Mit dem MP3-Player Zune und seinen Smartphones Kin One und Kin Two war Microsoft in den letzten Jahren grandios gescheitert.

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