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Surfen mit dem Mac: Internet ohne Plagen?

08.03.2004 | 10:15 Uhr |

Geplagt von Viren und Hackern wird das Surfen für Windows-User immer gefährlicher, der Mac positioniert sich als Seuchen freie Alternative. Braucht man als Mac-Anwender aber überhaupt Antivirussoftware?

Eigentlich haben PC-Nutzer gegenüber Mac-Besitzen einige Vorteile beim Internet-Surfen: Angefangen vom besseren Support durch Provider wie GMX oder AOL bis zu einigen Internetdiensten wie Online-Banking, die zwingend Internet Explorer für Windows voraussetzen.

Dank Legionen "fleißiger" Spamversender, Virenschreiber und Hacker wird das Internet für PC-User aber immer mehr zum Minenfeld. Sollen doch einige MS-Nutzer mittlerweile so weit sein, statt Windows XP ein Knoppix-Linux von CD booten - nur um sicher im Netz zu surfen.
Windows wird in seinen Folgekosten auch immer teuer. So muss man für ein zuverlässiges Schutzprogramm wie Norton Antivirus eine jährliche Gebühr von 40 Euro zahlen - Telefonsupport kostet weitere 29 Euro pro Anfrage. Für Virenfreiheit sind diese Abos aber wichtig: Schließlich gilt laut der Fachzeitschrift c't ein Virenschutzprogramm als unsicher, wenn es nicht mehrmals in der Woche aktuelle Virenupdates vom Server des Herstellers lädt. Virenschutzprogramme auf E-Mail-Servern der Firma oder des Internetproviders sind mittlerweile nicht mehr ausreichend, wie der neue Virus Beagle.H leider beweisen konnte . Auch jeder Firmen-PC benötigt mittlerweile eigentlich ein Antivirus-Programm. Dass man aber durch sein teures im Hintergrund laufendes Virenschutzprogramm auch die Leistung seines Systems einschränkt, ist vielen PC-Usern gar nicht mehr bewusst, schließlich zwackt der vorinstallierte Norton Antivirus oder Virus Scan bereits seit der Inbetriebnahme des Systems einige Prozent der Leistung ab und verlängert den Systemstart. Auffällig ist dieser Effekt übrigens auch unter Virtual PC auf dem Mac. Die Nutzung eines Virenscanners (es gibt natürlich auch ein paar Freeware-Versionen) und eines Firewall-Programms ist aber trotz hohem Preis und Performance-Verlust jedem PC-Nutzer zu empfehlen: Vielleicht wird ja der Heim-Rechner gerade von einem pickligen 16-Jährigen aus Utah überwacht und ferngesteuert?

Gefahren für Macs

Sind Macs aber wirklich sicherer als PCs? Grundsätzlich schon, aber nicht völlig sicher. Auch Apples Unix-System hat immer wieder für Virenautoren interessante Sicherheitslücken . Fast jeden Monat erscheinen Security Updates von Apple, die diese bekannt gewordene Lücken von Mac-OS X schließen. Hauptursache sind oft Netzwerkdienste aus der Open-Source-Gemeinde. Diese werden schließlich nicht nur permanent weiterentwickelt sondern auch andauern auf Sicherheitslücken überprüft. In der Praxis sind sie aber wenig gefährlich - erst recht für den typischen Feierabend-Surfer oder die kleine Firma.
Ein aktuelles Sicherheitsproblem betrifft etwa Apples Quicktime-Technologie, das durch eine Sicherheitslücke einem potentiellen Angreifer das Ausführen gefährlichen Codes ermöglichen soll. Genaueres war bis Redaktionsschluss aber noch nicht bekannt . Sehr selten sind echte Mac-Viren. Knapp dreißig Mac-Viren zählt zwar die Datenbank des Virenschützers Sophos auf, die meisten entstammen jedoch noch dem Classic-Zeitalter und sind nicht für Mac-OS X gefährlich. In der freien Wildnis scheinen Mac-Viren zwar recht schnell zu verhungern, könnten aber auf so mancher alten Festplatte überwintern. MBDF etwa war 1992 ein solcher schädlicher Virus der zu Instabilitäten führte, 1998 gab es einige Autostart-Würmer, die jedoch recht wenig Schaden anrichteten. 2000 gab es den Apple Script-Wurm Simpsons, der jedoch wie fast alle alten Viren nicht mit Mac-OS X kompatibel ist.

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