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Swatch-Chef: Apple Watch ”interessantes Spielzeug”

25.08.2015 | 11:19 Uhr |

Swatch-Chef Nick Hayek begründet in einem ausführlichen Interview seine kritische Haltung gegenüber der Apple-Watch-Konkurrenz.

Für Hayek ist die Apple Watch keine Revolution. Was Apple mit der eigenen Smartwatch präsentiert, haue niemanden aus den Socken. Vielmehr sieht der Swatch-Chef darin eine Chance für die Schweizer Uhrenindustrie, sagt er in einem längeren Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger . Er glaubt nicht, dass Swatch einen Trend verschlafe. Zum einen verweist er auf frühere eigene Smartuhren, etwa mit Microsoft im Jahr 2003 (”Paparazzi”). Außerdem mache Swatch ”Uhren, keiner Computer fürs Handgelenk”. Man wolle allererst eine Uhr verkaufen, die Spaß macht. Geräte, die wie die Apple Watch vorgeben, alles zu können, würden viel zu viel Strom verbrauchen und zu viel Geld kosten. Die neue Touch Zero One dagegen mit einer jungen Zielgruppe im Blick koste keine 1000, sondern lediglich  135 Schweizer Franken, sei wasserdicht, die Batterie halte neun Monate und könne vom Eigentümer selbst gewechselt werden. Immerhin verfügt Swatch damit bereits über eine bunte Kunststoffuhr, die Schritte und Kalorien zählen sowie bei Volleyballern die Schlagstärke messen und diese mit einer Smartwatch-App via Bluetooth synchronisieren kann. Hayek meint zu umfassenderen Werteerfassungen über das Internet aber: ”Ich persönlich möchte nicht, dass meine Blutdruck- und Blutzuckerwerte in einer Cloud oder auf Servern im Silicon Valley gespeichert sind.” (Das ist bei der Apple Watch übrigens nicht der Fall, die Uhr bzw. die Health-App speichert die Daten direkt in einem internen Speicher. Erst über eine Benutzer-Freigabe für eine App werden die Daten irgendwohin anders befördert. Anm. der Redaktion)

Mit der nächsten Version, der Swatch Touch Zero Two noch in diesem Jahr werde man diese Uhr als Alternative zur Kreditkarte mittels Near Field Communication auf den Markt bringen. Man müsse lediglich noch letzte Details mit dem Partner aus der Kreditkartenbranche regeln. Außerdem lasse sich die Uhr auch für die Zugangskontrolle nutzen. In den Medizinbereich dagegen, so Hayek, werde Swatch ”garantiert nicht vordringen. Ich kann als Uhrenproduzent nicht die Verantwortung dafür übernehmen, ob mein Gerät den Kunden rechtzeitig vor einem Herzinfarkt warnt.”

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