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Swift jetzt Open Source, Federighi erklärt warum

04.12.2015 | 09:42 Uhr |

Paradigmenwechsel bei Apple: Der iPhone-Hersteller stellt die Programmiersprache Swift quelloffen. Was das für Apps bedeutet.

Apple hatte es bereits im Juni auf der WWDC versprochen und jetzt umgesetzt: Die Programmiersprache Swift wird Open Source. Mit der Maßnahme sind nun Modifikationen an der Sprache möglich, Crossplattform-Apps könnten so leichter entstehen. iOS-Apps wie LinkedIn oder Yahoo Weather sind bereits jetzt in Swift programmiert.

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Apple will mit der Offenheit von Swift den Zugang für Entwickler erleichtern. Schon im Jahr 2014 hatte Apple Swift als zunächst proprietäre Lösung vorgestellt, die das bis dato gebräuchliche Objective C als Standardsprache für die App-Entwicklung ablösen sollte. Objective C ist recht komplex und setzt auf diese Weise hohe Hürden für alle, die Apps für iPhone und iPad programmieren wollen. Zudem lässt sich Objective C nicht modifizieren.

Auf der Website Swift.org stellt Apple diverse Ressourcen für interessierte Entwickler bereit, etwa detaillierte Dokumentationen, Informationen aus der Community und vor allem den Quellcide von Swift, das Apple  als "die am schnellsten wachsende Programmiersprache der Geschichte" bezeichnet, welche die "Leistung und Effizienz der kompilierten Sprachen mit der Einfachheit und Interaktivität gängiger Skriptsprachen" kombiniere. Swift stellt Apple zudem über Github bereit.

Apples Senior Vice President Software Engineering Craigh Federighi, der im Juni auf der WWDC bereits die Open-Source-Ankündigung machte, führt in Apples Presseerklärung weiter aus: "Indem wir Swift als Open Source anbieten, kann die gesamte Entwicklergemeinde zur Programmiersprache beitragen und dabei helfen diese auf noch mehr Plattformen zu bringen". Swift werde "eine neue Generation" dazu anregen, mit dem Programmieren zu beginnen.

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In einem Interview mit The Next Web erklärt Federighi weitere Hintergründe von Swift und seinem Open-Source-Status. Swift sei die kommende Programmiersprache in den nächsten Jahrzehnten, Apple wünsche, dass jeder Entwickler sie zu seiner Primärsprache macht. Swift sei für Anfänger gleichermaßen wir für erfahrene Programmierer gedacht, die damit komplexe System erstellen könnten.

Die starke Nachfrage nach Swift und das positive Feedback auf Version 1.0 habe Apple im Jahr 2014 überrascht, immer mehr Partner seien an das Unternehmen mit dem Wunsch herangetreten, Swift "überall" zu benutzen, etwa auch IBM. Bei der Entwicklung von Swift 2.0 habe man festgestellt, dass die Sprache ausgereift und stabil genug wäre, um sie unter der Apache-2.0-Lizenz an die Open-Source-Community zu geben.

Objective C sei von Swift nicht bedroht, versichert Federighi, diese Sprache sei "für die Ewigkeit" gedacht und werde von Apple auch weiter unterstützt und gepflegt. Nicht zuletzt weil man "Millionen von Codezeile" für die eigenen Produkte in Objective C verfasst habe.

Swift unter Open-Source-Lizenz herauszubringen, ist für Apple ein ungewöhnlicher Schritt, aber nicht das erste quelloffene Projekt Apples. Der Kern von OS X steht als Open-Source-Distribution Darwin bereit, diesem fehlen jedoch wichtige Komponenten wie Quartz, Open GL oder Quicktime, die in dem proprietären System OS X enthalten sind.

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