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Systems gibt Grund zur Hoffnung

21.10.2003 | 10:45 Uhr |

Nach der jahrelangen Durststrecke will die High-Tech-Branche auf der diesjährigen Computermesse Systems ein Aufbruchssignal setzen.

«Die Flaute ist zu Ende», «Der Aufschwung kommt» lauten die optimistischen Prognosen, mit denen sich die Hersteller und Dienstleister zum zweitgrößten Branchentreffen nach der CeBIT selbst Mut zusprechen. Doch noch scheint das Vertrauen in den bevorstehenden Aufwärtstrend nicht überall angekommen zu sein: So hat die Messe München in diesem Jahr abermals einen Ausstellerrückgang verzeichnet. 1300 Firmen zeigen bis kommenden Freitag auf der Systems ihre Neuheiten und damit nochmals 300 weniger als im vergangenen Jahr. Im Boomjahr 2000 hatten sich noch 3000 Aussteller beteiligt.

Für neuen Schwung soll ein Innovationsprogramm sorgen, das der Branchenverband BITKOM zur Eröffnung der Systems am Montag vorstellte. Bessere Bildungsmöglichkeiten, eine zurückhaltende Regulierung seitens des Gesetzgebers und flexiblere Arbeitszeitmodelle verlangt der Verband darin unter anderem. So soll die Branche, für die BITKOM in Deutschland im kommenden Jahr ein Umsatzwachstum von rund zwei Prozent erwartet, wieder Anschluss an die Weltspitze finden. «Im Ziel sind sich fast alle einig: Wir brauchen nachhaltiges Wachstum und neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze», sagt BITKOM-Präsident Willi Berchtold.

Arbeitnehmervertreter bezweifeln allerdings, dass sich Umsatzsteigerungen nachhaltig auch auf den Arbeitsmarkt auswirken werden. «Ich erwarte einen weiteren Abbau», sagt Wolfgang Müller, bei der IG Metall Bayern zuständig für IT-Berufe. Selbst wenn die Wachstumsprognosen einträfen, werde die Produktivitätssteigerung die Hoffnung auf mehr Beschäftigung zunichte machen. «Hinzu kommt der Trend zur Verlagerung von IT-Jobs in Niedriglohnländer», sagte Müller. Für die nächsten drei bis vier Jahre rechnet der Gewerkschafter bundesweit mit einem Abbau der Arbeitsplätze um rund 10 Prozent. In der Branche sind rund 750 000 Menschen beschäftigt.

Auch einige Unternehmen zeigen sich bislang bei ihren Prognosen vorsichtig. «Wir glauben nicht, dass wir über Nacht die bestehende Skepsis überwinden können», sagte der Vorstandsvorsitzende von T-Mobile International, René Obermann.

Die Messe richtet sich vor allem an den Mittelstand und an IT-Entscheider. In acht Hallen können sich die Besucher über Neuheiten aus Informationstechnologie, Telekommunikation und Neuen Medien informieren. Vorab hatten die Veranstalter noch keine konkreten Prognosen über die Besucherzahlen abgegeben. Wegen der geringeren Zahl von Ausstellern hatte Messe-Geschäftsführer Klaus Dittrich aber einen Besucherrückgang nicht ausgeschlossen.

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