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T-Mobile bringt das iPhone nach Deutschland

19.09.2007 | 12:02 Uhr |

Was sich die letzten Tage immer deutlicher abgezeichnet hatte, ist nun Gewissheit: T-Mobile bringt das iPhone nach Deutschland. Der Preis: 399 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Über die Tarife für das iPhone schweigt sich der Provider noch aus.

Das iPhone setzt in Deutschland ebenfalls auf GSM/EDGE. T-Mobile steht nach eigenen Angaben dabei besser da als der gestern in Großbritannien präsentierte Partner O2. Schon heute deckt die Telekom-Tochter in Deutschland 90 Prozent ihres Netzes mit dem Funkstandard ab, bis Ende des Jahres soll der Ausbau komplett sein. T-Mobile wäre damit in Deutschland der erste Anbieter, der sein komplettes GSM-Netz mit dem Datenbeschleuniger EDGE ( E nhanced D ata Rates for G SM E volution) ausgestattet hat. Die Telekom ist zudem der größte Betreiber von WLAN-Hotspots, allein in Deutschland bieten 8.600 drahtlosen Zugang zum Internet. iPhone-Nutzer sollen die Telekom-Hotspots kostenlos nutzen können.

Wie T-Mobile-Chef Hamid Akhavan auf der heutigen Pressekonferenz in Berlin angekündigt hat, ist das iPhone mit 8 GB Kapazität ab dem 9. November für 399 Euro inklusive Mehrwertsteuer hierzulande erhältlich. Apple-CEO Steve Jobs weilte persönlich zur Vorstellung des iPhones in Berlin, erstmals sprach er in Deutschland öffentlich. Vor den versammelten Pressevertretern stellte Jobs kurz die Vorzüge des kombinierten iPods, Telefons und Internetgerätes vor.

Die Telekom vertreibt das iPhone exklusiv über sein eigenes T-Punkt-Netz, der Fachhandel, insbesondere der Mac- und iPod-Fachhandel bleibt außen vor. Die monatlich fälligen Gebühren für das iPhone wird T-Mobile erst kurz vor dem Verkaufsstart im November bekannt geben. Zu den Vertriebsrechten in Deutschland hat die Telekomtochter auch jene für Österreich und die Niederlande erhalten. Über den iPhone-Vertrieb in weiteren europäischen Ländern hat Apple bis dato nichts bekannt gegeben. In Frankreich soll jedoch Orange den Zuscahlg bekommen haben, wie die Presseagentur dpa meldet.

Die bekannten TV-Werbespots sollen nun auch in einer synchronisierten Fassung nach Deutschland kommen. Wie Steve Jobs auf Nachfrage einräumt, wird das iPhone "branded", ein dezenter Schriftzug des Providers T-Mobile wird in einer Ecke des Bildschirms zu sehen sein. Wie erwartet setzt das iPhone auf SIM-Lock und ist in Deutschland nur mit einem Vertrag von T-Mobile erhältlich. Jobs verrät nicht, welchen Zeitraum Apple und T-Mobile für den exklusiven Vertrieb in Deutschland vereinbart haben. Noch in diesem Jahr will Apple in Europa eine Million iPhones verkaufen, in den USA war die Marke 74 Tage nach dem Verkaufsstart gefallen.

Jobs verteidigt wie schon gestern in London die Entscheidung, dem iPhone zu diesem Zeitpunkt keine UMTS-Fähigkeiten zu geben. Die Chips verbrauchen zu viel Energie, EDGE würde für E-Mail und mobiles Surfen vollkommen ausreichen. Das EDGE-Netzwerk von T-Mobile erlaubt Datenübertragungsraten von bis zu 220 Kbit pro Sekunde und ist damit viermal so schnell wie ISDN. Wer sich Musik herunterladen will, ist jedoch auf eine Wi-FI-Verbindung zum Internet angewiesen. Das iPhone verspricht seinen Nutzern acht Stunden lang Betriebszeit für Gespräche, mit UMTS wäre dies nicht zu gewährleisten. Erst wenn UMTS oder der konkurrierende Mobilfunkstandard der dritten Generation HSDPA den Anwendern fünf Stunden Gesprächszeit ermögliche, werde Apple ein iPhone 3G bringen. Jobs rechnet nicht vor dem Ende kommenden Jahres damit.

Den iTunes Wi-Fi Music Store wird Apple in Kürze in Deutschland anbieten. Anders als andere Telefone, erklärt Steve Jobs, entwickle sich das Apple-Handy nach dem Kauf weiter. Über das Internet lässt sich die iPhone-Software aktualisieren und bei der nächsten Synchronisation mit Mac oder PC aufspielen. Eine neue Software, die US-Kunden dieser Tage erhalten sollen, ist auf den deutschen iPhones zum Start im November bereits installiert. Wie auch der britische Partner O2 unterstützt T-Mobile das von Apple und AT&T für das iPhone entwickelte Feature Visual Voicemail: Anwender können dabei die Eingänge in ihrer Mobilbox auf Fingerdruck in ihrer Wunschreihenfolge abhören.

Eines der Features, die das iPhone in den USA und bald auch in UK populär macht: TV-Shows aus dem iTunes Store. Jobs macht trotz Nachfragen keine Angaben darüber, wann es dieses Angebot auch in Deutschland geben werde, Apple arbeite aber daran.

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