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T-Mobile weist Vorwürfe zu iPhone-Vertriebsmodell zurück

29.11.2007 | 10:13 Uhr |

Die Deutsche Telekom hat vor der Gerichtsverhandlung zum Verkauf des Apple-Handys iPhone ihr Geschäftsmodell mit enger Vertragsbindung bei der Bundesnetzagentur verteidigt. «Wir haben weder gegen Wettbewerbs- noch gegen Lizenzrechte verstoßen», sagte ein Sprecher der Mobilfunktochter T-Mobile am Mittwoch in Bonn auf Anfrage.

Der Mobilfunkprovider debitel hatte bei der Netzagentur Beschwerde gegen den exklusiven Vertrieb des iPhone mit T-Mobile- Vertrag eingelegt und dies mit Verstößen gegen die Mobilfunklizenz- Vereinbarung begründet. Die Bundesnetzagentur will nun die 45-seitige Stellungnahme prüfen. Es sei offen, bis wann eine Entscheidung gefällt werde, sagte ein Behördensprecher. Eine Frist gebe es nicht. Wie es mit dem Exklusivvertrag von Apple und T-Mobile weitergeht, könnte sich bereits am Donnerstag entscheiden. Das Landgericht Hamburg will dann über eine von dem Konkurrenten Vodafone erwirkte Einstweilige Verfügung verhandeln. Vodafone hatte T-Mobile untersagen lassen, das iPhone von Apple nur in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag anzubieten. Seitdem verkauft T-Mobile das Modehandy auch entsperrt und ohne Vertrag zum Preis von 999 Euro. Ob bereits am Donnerstag eine Entscheidung fällt, ist offen.

Im Gegenzug für die exklusiven Vertriebsrechte beteiligt T-Mobile den US-Konzern am Umsatz - laut Branchenkreisen erhält Apple rund ein Drittel der Erlöse. Vodafone befürchtet, dass andere Handy-Hersteller dem Beispiel folgen könnten und künftig ebenfalls am Umsatz beteiligt werden wollen. «Ich will mit der Einstweiligen Verfügung geklärt haben, ob diese Koppelgeschäfte erlaubt sind», hatte Deutschlandchef Friedrich Joussen gesagt. Die Telekom kritisierte das juristische Vorgehen von Vodafone und bezeichnete den Konkurrenten als «schlechten Verlierer». Vodafone hatte sich ebenfalls um die Exklusivrechte für das iPhone beworben, war aber leer ausgegangen. Sollte der Bonner Konzern vor Gericht siegen, will T-Mobile Verkauf entsperrter iPhone wieder einstellen.

In Frankreich ist das iPhone ohne Vertragsbindung unterdessen deutlich billiger als in Deutschland. Das Gerät koste ohne Vertrag 649 Euro, sagte France-Télécom-Chef Didier Lombard am Mittwoch in Paris. In den ersten sechs Monaten falle zudem für die Aufhebung der elektronischen Sperre ein einmalige Gebühr von 100 Euro an. In Verbindung mit einem Zweijahresvertrag der France-Telecom-Tochter Orange wird das iPhone ab Donnerstag für 399 Euro verkauft. Wenn ein Orange-Kunde statt eines der iPhone-Tarife seinen bisherigen nutzen will, kostet das Telefon für ihn 549 Euro. Orange will im Weihnachtsgeschäft 50 000 bis 100 000 Apple- Mobiltelefone absetzten. Anders als in Deutschland muss in Frankreich das iPhone wegen einer anderen Rechtslage von Anfang an auch ohne Vertragsbindung verkauft werden. (dpa)

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