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T-Online: Beinahe doppelter Umsatz bei hohen Verlusten

08.11.2000 | 00:00 Uhr |

Der Internet-Anbieter T-Online hat
seinen Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2000 fast verdoppelt.
Gleichzeitig machte die Telekom-Tochter aber hohe Verluste. Wie die
T-Online International AG am Mittwoch in Darmstadt mitteilte, stiegen
die Erlöse binnen Jahresfrist um 86,5 Prozent auf 542,6 Millionen
Euro (rund 1,06 Mrd DM).

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stand dabei ein Verlust von
14,4 Millionen Euro zu Buche. Ohne die Erlöse in Höhe von 39,2
Millionen Euro aus dem Börsengang der comdirect bank hätte das Minus
sogar 53,5 Millionen Euro betragen. T-online hatte seinen Anteil an
comdirect von 25 auf 21,35 Prozent reduziert.

Grund für das schwache Ergebnis sei unter anderem die Einführung
einer Flatrate gewesen - eine pauschale Gebühr unabhängig von der
Dauer der Internetnutzung. Endgültige Zahlen will T-Online erst am
30. November bekannt geben. Das Unternehmen betonte, die bisherige
Bilanz beruhe «auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes», weshalb sich
noch Abweichungen ergeben könnten. Für das Gesamtjahr 1999 hatte der
Internet-Dienstleister einen Verlust nach Steuern von 5,5 Millionen
Euro ausgewiesen.

Unterdessen berichtete T-Online, dass sich die Zahl der Kunden in
Deutschland bis 30. September auf knapp sechs Millionen erhöht habe,
nach 3,6 Millionen vor einem Jahr. Europaweit nutzten rund sieben
Millionen Menschen den Internetdienst, davon jeweils rund eine halbe
Million in Frankreich sowie in Spanien/Portugal.

T-Online sucht seit Wochen nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden,
nachdem der bisherige Chef Wolfgang Keuntje im Streit mit Telekom-
Konzernlenker Ron Sommer zurückgetreten war. Zudem hatten zwei
weitere Vorstände ihre Sessel geräumt. Die Aktie geriet inzwischen
kräftig unter Druck und rutschte deutlich unter den Ausgabekurs von
27 Euro. Im Mai hatte sie einen Höchststand von 48 Euro erreicht.
dpa

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