887096

T-Online: Mehr Content für mehr Geld

29.08.2001 | 00:00 Uhr |

Mit einer Inhalteoffensive auf der Basis des schnellen Zugangs zum Internet will T-Online neue Kunden ins Netz bringen. Ab 2002 werde auf der DSL-Plattform das Breitbandportal T- Vision gestartet, sagte der Vorstandsvorsitzende der T-Online International AG (Darmstadt), Thomas Holtrop, bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2001 am Mittwoch in Berlin. Es soll attraktive Inhalte bieten und hochwertige Audio- und Video- Angebote (Musik, Filme, Spiele) unter einem Dach vereinen.
Holtrop bekräftigte die Zielsetzung des größten europäischen Onlinedienstes, 2003 beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in die Gewinnzone zu kommen. Keine Angaben wollte der Vorstand darüber machen, zu welchem Zeitpunkt der Konzern auch nach Steuern in die schwarze Zahlen kommt und damit dividendenfähig wird. Der Internetanbieter war im April 2000 an die Börse gegangen.
Derzeit würden die Ergebnisse sehr stark durch Abschreibungen auf Firmenwerte beeinflusst. So entfiele auf diesen Posten in den kommenden sieben Jahren eine Summe von 400 Millionen Euro jährlich, sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean. Auf den Kurs der am Neuen Markt notierten T-Online-Aktie hatten die Geschäftszahlen indes keine spürbaren Auswirkungen. Gegen Mittag lag das Papier mit 8,17 Euro leicht im Minus. In den ersten sechs Monaten 2001 erwirtschaftete der Konzern vor Steuern einen Verlust von 283 Millionen Euro (553 Mio DM). Ein Jahr zuvor hatte der Fehlbetrag bei 73 Millionen Euro gelegen. Im operativen Geschäft zeige sich inzwischen aber ein Trendwende. So verringerten sich die EBITDA-Verluste im zweiten Quartal dieses Jahres gegenüber den ersten drei Monaten um rund 10 Millionen auf 57 Millionen Euro.
Nach weiteren Angaben von Holtrop steht T-Online kurz davor, bei den Kunden die Schwelle von 10 Millionen zu überschreiten. Ende Juni zählte das Unternehmen einschließlich ihrer ausländischen Tochterfirmen 9,2 Millionen Teilnehmer. Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr um 53 Prozent auf 539 Millionen Euro. Davon entfiel ein Anteil von 85 Prozent auf das reine Zugangsgeschäft. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
887096