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T-Online legt erstmals positives Konzernergebnis vor

02.03.2005 | 16:17 Uhr |

Europas größter Internet-Anbieter T-Online legt für 2004 erstmals seit seinem Börsengang 2000 ein positives Konzernergebnis vor.

Nach Steuern erwirtschaftete das Unternehmen ein Plus von 317 Millionen Euro, gab der Vorstandsvorsitzende Rainer Beaujean am Mittwoch in Darmstadt bekannt. 2003 war noch ein Minus von 145,7 Millionen Euro angefallen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro. Die Telekom- Tochter will eine Dividende von 4 Cent pro Aktie ausschütten.

Mit dem Zahlenwerk hat Beaujean vermutlich die letzte eigenständige T-Online-Bilanz vorgestellt. Das Unternehmen soll im Laufe des Jahres mit der Muttergesellschaft Telekom verschmolzen werden. Die Entscheidung darüber fällt Ende April. Durch die Fusion will der Konzern eine Milliarde Euro einsparen.

T-Online sieht seine Zukunft im Ausbau des breitbandigen Internet (DSL). Der Kundenstamm für diese Technik sei um mehr als ein Drittel auf 3,6 Millionen gewachsen. Dazu zählten viele frühere Schmalband- Nutzer, die jetzt das neue Angebot nutzten. Insgesamt konnte T-Online die Zahl seiner Kunden nur leicht von 13,1 auf 13,5 Millionen erhöhen. Im Ausland verlor das Unternehmen sogar 200 000 Nutzer. Für Frankreich und Spanien kündigte Beaujean einen Werbefeldzug an. Dort will er in den kommenden drei Jahren 20 Prozent Marktanteil erreichen.

Als erfolgreich bezeichnete der Vorstand die Entwicklung der Verkaufszahlen von Musik- und Filmangeboten. So seien allein im Dezember mehr als 1,4 Millionen Musikstücke über Internet verkauft worden. Insgesamt verfüge T-Online über ein Angebot von 440 000 Hits. Beim Video-Verkauf bestehe bislang nur eine geringe Nachfrage. Durch die Kooperation mit mehreren Hollywood-Filmstudios und dem Vertrag mit der deutschen Constantin-Film Abteilung sei das Angebot jedoch attraktiv erweitert worden.

Mit so genannten DSL-Komplettpaketen will T-Online den Umsatz im laufenden Jahr um 400 bis 600 Millionen Euro steigern, kündigte Finanzchef Jens Becker an. Dies werde sich allerdings nicht auf das Ergebnis vor Steuern (EBITA) auswirken. Hier rechnet Becker mit einem Rückgang zwischen 100 und 200 Millionen Euro gegenüber dem aktuell vorgelegten Ergebnis von 472 Millionen Euro. Als Grund dafür gab er Investitionen für den Ausbau der Infrastruktur in Frankreich sowie erhöhte Werbe- und Forschungskosten an.

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