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Tablet-Computer im Fokus der CTIA

11.10.2010 | 07:07 Uhr |

Marktforscher sollen den Einsatzbereich von Tablets unterschätzt haben. Netzwerkbetreiber und Online-Dienste sehen einen Riesen-Bedarf für Tablets mit Internet-Zugang in Unternehmen auf sich zukommen.

Normalerweise dreht sich auf der Fachmesse CTIA hauptsächlich alles um Dienste und Anwendungen für Smartphones. Auf der Konferenz in San Francisco laufen in diesem Jahr jedoch die Tablet-PCs den Handys klar den Rang ab.

Die Betreiber von Mobilfunknetzen und Internet-Diensten sagen übereinstimmend, dass vor allem vermehrt Unternehmen nach dem Einsatz von Tablets mit Internetanbindung fragen. Michael Tighe, der CEO bei Verizon schätzt, dass Unternehmen weitaus mehr Pläne für den Einsatz von Tablets hegen, als die Marktforscher bisher erwarteten. Tighe beschreibt den Trend, dass viele seiner Kunden Tablets ergänzend zum Laptop einsetzen, da sie innerhalb des Büros für Präsentationen einfach herumgereicht werden können. Ein weiterer Bonus ist dabei, dass Tablets auf der Basis von iOS oder Android sofort startbereit sind und dabei die Batterielebensdauer die eines Laptops bei weitem übertrifft.

Ralph de la Vega, Vorsitzender und CEO bei der Mobile-Branche von AT&T, hält den Trend zum Tablet für unaufhaltsam. Er zitiert eine Studie der Analysten von Forrester, wonach in fünf Jahren die Tablets einen Marktanteil von 25 Prozent aller Computerverkäufe in den USA erreichen werden und fügt hinzu, dass fast alle großen Hersteller bereits die Einführung eigener Tablets ankündigten.

Auch Rusty Yeager, der Vizepräsident und CEO von Healthsouth, eine der großen Krankenkassen in den USA, glaubt die Zeit ist reif für Tablets. "Die Kinderkrankheiten der ersten Tablets wie kurze Akkulaufzeiten oder umständliche Bedienung sind behoben. [...] Wenn wir jetzt noch alle Sicherheit und Verwaltung in den Griff kriegen, werden die Tablets überall eingesetzt werden", erklärt Yeager.

Datensicherheit und Datenmanagement sind die größten Vorbehalte beim Einsatz in Unternehmen. Auch wenn die Tablets die gleichen Betriebssysteme wie zuvor in den Firmen genehmigte Smartphones einsetzen, stellen Tablet-PCs völlig neue Anforderungen. Das Problem ist der unterschiedliche Einsatz. Während die Anwender auf einem Handy kaum Dateien laden und höchstens E-Mail-Anhänge speichern, wollen Tablet-Kunden Dokumente editieren und austauschen, wie zum Beispiel mit der App Dropbox . Wenn auf einem Tablet wie iPad ein E-Mail-Konto gelöscht wird, bleibt der Inhalt der Dropbox weiterhin erhalten.

In Sachen Sicherheit sieht Tighe klar einen Vorteil bei einem Tablet von RIM (Research in Motion) im Vergleich zum iPad von Apple. "Beide Firmen gehen die Absicherung ihrer mobilen Geräte von der Kundenperspektive an. Aber RIM hat dabei die Unternehmenskunden im Auge, während Apple in erster Linie auf Privatanwender setzt.", glaubt Tighe und fügt hinzu, dass RIM bei der Tablet-Entwicklung sich auf die Sicherheitsprotokolle der Blackberrys und seinem Blackberry Enterprise Server verlässt.

RIM hat Ende September sein Blackberry-Tablet vorgestellt, das Anfang nächsten Jahres in den USA (und gegen Ostern für den Rest der Welt) in den Handel kommen soll. Neben Multi-Tasking und den gleichen Absicherungen wie das Blackberry setzt RIM zum Erfolg auf Unterstützung von Firmensoftware wie von den Herstellern SAP und Oracle.

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