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Talkline fordert freien Wettbewerb im Breitbandnetz

16.03.2001 | 00:00 Uhr |

Talkline hat bei der Regulierungsbehörde die
Zusammenschaltung der Hochgeschwindigkeitsnetze beantragt. Der
Deutschen Telekom wirft das Unternehmen aus Elmshorn die Ausnutzung
einer Quasi-Monopolstellung bei den schnellen Internet-Verbindungen
vor. «Die Telekom betreibt einen eklatanten Missbrauch ihrer
marktbeherrschenden Stellung», sagte der Finanz-Chef des
Telekomunikationsunternehmens, Frank Schubert, am Freitag in Hamburg.
Mit der Weigerung der Telekom, die Netze zusammenzuschließen, hätten
Mitbewerber in dem lukrativen Internet- Markt keine Chance. Bis
spätestens zum 9. Mai erwarte das Unternehmen eine Entscheidung der
Behörde.

«Allen Verantwortlichen in Regierung und Regulierung muss bewusst
sein, dass wir jetzt an der Schwelle zu einer völlig neuen Dimension
der Internetnutzung für Jedermann stehen», sagte Schubert. Die
Liberalisierung des Marktes habe bei der Sprachtelefonie für
erfolgreichen Wettbewerb gesorgt. Diesen Wettbewerb müsse es aber
auch bei den breitbandigen Internet-Zugängen geben.

Fast jeder Haushalt könne mit Hilfe der DSL-Technologie seine
Kupferleitungen in einen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang
umwandeln. «Auf Grund der fehlenden Zusammenschaltung der Netze
verschiedener Anbieter können die Kunden jedoch fast ausschließlich
T-Online als Internet-Service-Provider nutzen», sagte Markus Wendel
vom Geschäftsbereich Internet. Die Kosten für die Nutzung der so
genannten letzten Meile seien für Talkline derzeit höher als der
Mietpreis für die Telekom-Endkunden, sagte Wendel. Bei einem
Zusammenschluss der Netze wäre Talkline dagegen in der Lage, seine
eigene Infrastruktur zu nutzen «Dann werden wir auch die Flatrate der
Telekom unterbieten können», sagte Wendel.

Talkline, eine hundertprozentige Tochter von Tele Danmark, ist
seit rund zwei Jahren im Internet-Geschäft tätig und zählt als
Service-Provider nach eigenen Angaben rund eine Millionen Internet-
Kunden. Sie ist auch in den Bereichen Mobilfunk und Festnetz tätig.
Seit diesem Jahr bietet das Unternehmen seinen Geschäftskunden ISDN-
Anschlüsse über ihre eigene Infrastruktur an.
dpa

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