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Technisch fit und trotzdem überfordert

22.02.2006 | 11:30 Uhr |

Viele Kinder und Jugendliche sind zwar technisch fit im Umgang mit Handy und Computer, in anderer Hinsicht aber deutlich damit überfordert.

Zu den Gefahren, die im Internet auf sie lauern, gehört zum Beispiel der offene Zugang zu Porno-Seiten, sagte Michael Höllen von der Initiative "Schulen ans Netz" auf der Bildungsmesse didacta (noch bis 24. Februar) in Hannover. Häufig würden Kinder und Jugendliche aber auch durch kostenpflichtige Angebote ausgetrickst. "Da gibt es Malvorlagen für Grundschüler im Internet, für die man sich einen Dialer runterlädt und dann 24,95 Euro bezahlt." Technisch sei das ganz einfach: Mausklick genügt.

Solche kostenpflichtigen Angebote sieht auch der Sozialpädagoge Guido Büttner aus Hannover als "großes Problem". Viele ursprünglich kostenlose Seiten seien inzwischen "verkommerzialisiert" und machten sich die Arglosigkeit junger User zu Nutze. Ein Beispiel dafür seien Hausaufgabenhilfen. "Die Jugendlichen wollen einfach schnell an die Hausaufgaben kommen", sagt Büttner - und sie lesen dann nicht das Kleingedruckte. Das kann schnell sehr teuer werden.

Leichtsinnig sind Jugendliche oft aber auch hinsichtlich der Rechtslage: So seien Online-Tauschbörsen ausgesprochen beliebt, in denen häufig Software, Handy-Logos oder Musiktitel illegal weitergegeben werden, sagt Büttner. Nicht immer sei den Beteiligten klar, dass dabei Urheberschutzrechte verletzt werden.

Auch bei Filmchen für das Handy, die via Bluetooth schnell und einfach übertragen werden könnten, spiele diese Frage in der Regel keine Rolle. Chats animierten Jugendliche immer wieder zum "Dissen", dem Verunglimpfen Gleichaltriger. Der Begriff kommt aus dem Hiphop- Bereich - "Disrespect" zeigen bedeutet, jemanden verächtlich zu machen.

Das kann zum Beispiel dadurch passieren, dass ein möglichst peinliches Foto und die Telefonnummer eines Jugendlichen ohne dessen Wissen in einer Online-Singlebörse veröffentlicht werden. Jemanden durch solche "Fakes" bloßzustellen und zu blamieren, sei zwar ein alter Hut, sagt Büttner. "Nur ist es eben etwas anderes, ob das auf der Schultoilette zu lesen ist oder für Tausende im Internet."

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