877222

Technologiewerte im freien Fall

03.04.2001 | 00:00 Uhr |

Erneut haben Internet- und Technologie-Firmen in
den USA die Wall Street mit Gewinnwarnungen schockiert. Zugleich geht
die Serie von Massenentlassungen wegen der schwachen Konjunktur
jenseits des Atlantiks weiter. Neben Ariba kamen auch andere
prominente Unternehmen wie BroadVision, E.piphany und Redback
Networks mit solchen Hiobsbotschaften heraus. Die Börse reagierte im
vorbörslichen Handel mit starken Kursabschlägen für die betroffenen
Werte.

Ariba, die führende Internetfirma im «Business-To-Business»-
Bereich, erschreckte die Wall Street am Montag nach Börsenschluss mit
einer Gewinnwarnung und der Absage des geplanten Kaufs der Agile
Software für 2,4 Milliarden Dollar. Außerdem wurde angekündigt, dass
mit 700 Beschäftigten ein Drittel der Belegschaft entlassen wird.

Ariba begründete die abgeblasene Agile-Übernahme mit der
gegenwärtigen nachteiligen Wirtschafts- und Marktlage. Ariba erwartet
in dem am 31. März beendeten zweiten Quartal des laufenden
Geschäftsjahres einen Umsatz von 90 Millionen Dollar. Die Wall-
Street-Experten hatten mit einem doppelt so hohen Umsatz gerechnet.
Ariba, die Software für Internet-Marktplätze anbietet, rechnet mit
einem operativen Quartalsverlust von 20 Cents je Aktie. Die Experten
waren von einem Gewinn von fünf Cents je Aktie ausgegangen.
«Der Konjunkturabschwung und die Abschwächung der Technologieausgaben
waren viel dramatischer als wir dies bisher erwartet hatten»,
erklärte Ariba-Chef Keith Krach.

BroadVision rechnet jetzt ebenfalls mit einem Verlust für das
erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Die Firma will 325
Beschäftigte oder 15 Prozent der Gesamtbelegschaft nach Hause
schicken. BroadVision erwartet einen Quartalsverlust von 14 Cents bis
16 Cents je Aktie.

E.piphany, eine auf Kundendaten-Software für Unternehmen
spezialisierte Firma, rechnet für das erste Quartal des laufenden
Geschäftsjahres mit einem Verlust von 40 Cents je Aktie sowie einem
Umsatz von 38 Millionen Dollar. Die Analysten hatten mit erheblich
höheren Umsätzen und einem viel geringeren Verlust gerechnet.

Der Netzwerkausrüster Redback Networks rechnet nur mit einem
Umsatz von 85 Millionen Dollar bis 90 Millionen Dollar und mit einem
Verlust von 15 Cents je Aktie im ersten Quartal. Er will 150
Mitarbeiter oder zwölf Prozent seiner Beschäftigten entlassen. Das
ist ein erheblich geringerer Umsatz als von den Wall-Street-Experten
prognostiziert. Sie hatten mit einem Quartalsgewinn gerechnet.
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
877222