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Telekom-Chef Höttges fordert EU-Datenschutzregeln

29.10.2014 | 15:17 Uhr |

Seit Anfang dieses Jahres ist Tim Höttges als Nachfolger von René Obermann Chef der Deutschen Telekom. Nun hat er sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung über Google geäußert.

Bürgerrechte müssten gewahrt bleiben, fordert der Telekom-Chef und macht sich Sorgen wegen der enormen Konzentration von Daten beim US-Internetkonzern Google. Dies führe zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, so der Manager im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom Dienstag. Weil die Wertschöpfung inzwischen sehr ungleich verteilt sei, falle es auch der Deutschen Telekom immer schwerer, in den Ausbau der Netze zu investieren. Deshalb fordert er gleiche Spielregeln für alle und setzt sich für eine europäische Datenschutzverordnung ein. Auch das Recht auf Vergessen im Internet sei ein Bürgerrecht, das gewahrt werden müsse.

Andererseits betont Höttges auch die neuen Möglichkeiten, die durch die Big Data vorhanden seien und auch in Europa genutzt werden müssten. Absurd findet er es etwa, dass Navigationsdienstleister Informationen, die mit dem Mautsystem Toll Collect gesammelt wurden und bei der Stauvorhersage und Routenführung (und insofern auch beim Spritsparen und der Verringerung von Schadstoffemissionen) helfen könnten, bei Google einkaufen müssten. Denn die Auswertung dieser Daten sei hierzulande verboten. Obwohl sie also auf dem alten Kontinent gesammelt wurden, müsse man sie dann für viel Geld in den USA erwerben. "Das ist doch widersinnig", so Höttges.

Das komplette Interview findet sich auf der digitalen Version der Süddeutschen Zeitung oder in der Printausgabe vom 28. Oktober.

Info: Süddeutsche Zeitung

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