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Telekom will weiter in DSL-Vectoring investieren

03.02.2016 | 13:01 Uhr |

Kuperfkabel statt Glasfaser: Um ehrgeizige Breitbandziele zu erreichen, setzt die Deutsche Telekom auf DSL-Vectoring. Die Sache hat aber einen Haken.

Die Deutsche Telekom, an der der Bund nach wie vor zu einem Drittel beteiligt ist, will in den nächsten Jahren massiv in den Ausbau ihres Kupferleitungsnetzes investieren. Das Ziel ist es, bis zum Jahr 2018 jeden Haushalt im Bundesgebiet mit mindestens einer 50-Mbit-Leitung zu versorgen, DSL-Vectoring heißt das Zauberwort. Die Kehrseite der Medaille: Die Bundesnetzagentur stimmt damit praktisch der Wiedererrichtung des Monopols zu, da auf den abgeschirmten Telekomleitungen Konkurrenten aus technischen Gründen keine Dienste mehr anbieten können. Experten fürchten zudem, der Ausbau der tendenziell schnelleren Glasfasernetze würde sich damit verzögern, berichtet Welt.de . Die Telekom könnte auf ihren etablierten Kupferleitungen ihre Dienste zu deutlich günstigeren Preisen anbieten als die Konkurrenz, die Glasfasernetze neu errichten und die Kosten dafür wieder herein bekommen muss. Gleichwohl sieht auch die Telekom in der Glasfasertechnik die Zukunft, DSL-Vectoring sei aber eine Brückentechnologie "auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft". Mit dem kommenden Super-Vectoring seien aber Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 200 Mbps möglich.

DSL-Vectoring gelangt vor allem deshalb zu höheren Übertragungsgeschwindigkeiten, da die Technik das Übersprechen - also die gegenseitigen Störungen der Signale -  zwischen nebeneinander liegenden Leitungen unterbindet. In Glasfaserkabeln tragen hingegen Lichtwellen die Informationen, schon allein deshalb sind höhere Übertragungsgeschwindigkeiten möglich. Bei Lichtwellenleitern ist aber ebenso wie bei Kupferkabeln die Dämpfung des Signals eine Bremse: Je länger die Leitung ist, desto weniger kommt davon an, das Signal muss unterwegs immer wieder verstärkt werden. Schnelle Glasfasernetze haben Provider wie Netcologne und M-Net mittlerweile in Köln und München errichtet.

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