Von Patrick Woods - 03.04.2009, 10:45

Telekom gegen Skype

Skype ist wütend auf die Telekom

In einem Blogeintrag beschwert sich Skypes Chefanwalt darüber, dass T-Mobile den Dienst blockieren will. Es gebe keinen technischen Grund für eine solche Sperre. Anbieter müssten freien Zugang zum Internet gewährleisten.
Robert Miller, Skypes Justizar, ist wütend auf die Deutsche Telekom. "Ich finde das sehr aufschlussreich, dass die Telekom so dreist ist und öffentlich verkündet, Skype eigenmächtig blockieren zu wollen", so Miller im Blog des Unternehmens. Die offizielle Erklärung von T-Mobile sei "ohne Grundlage". T-Mobile nannte in der Wirtschaftswoche technische Schwierigkeiten als Grund für die geplante Sperrung des VoIP-Dienstes im Mobilfunknetz und in den WLAN-Hotspots des Unternehmens.

"Internet ein offenes Netz"

Kunden würden ihre Internetanbieter dafür bezahlen, dass sie die Dienste des Internets nutzen können, so Miller. Es sei eine Sperre eines privaten Unternehmens gegen ein Internetnetunternehmen - weil sie es könnten. Aktuell sei diese Praxis rechtens, räumt der Anwalt ein. Erfordert politische Konsequenzen. Auch die geplante Neufassung des EU-Gesetzes zur Telekommunikation würde daran nichts ändern können. "Das Internet wurde als offenes Netz entworfen und dies ist die Grundlage für die Dynamik, die es entwickelt hat".
T-Mobile hat mit seiner Sperr-Ankündigung für Wirbel gesorgt. Die "Washington Post" berichtet ebenso darüber wie Blogger rund um den Globus. Skype ist ein Messenger für Textchats und eine VoIP-Software, mit der man kostenlos untereinander telefonieren kann. Auch Telefonanschlüsse kann man anrufen, sofern man ein Guthabenkonto auflädt.

3.0 erlaubt Mobil-VoIP

Skype wird allerdings nicht nur bei der Telekom im Mobilfunknetz geblockt. Apple erlaubt in seinen SDK-Bedingungen keine VoIP-Nutzung über Handynetze. Nicht nur in Deutschland können die Nutzer unterwegs deshalb nicht über das Internet telefonieren. Mit der neuen Betaversion der Firmware 3.0 funktioniert das Telefonieren mit Skype jedoch auch per Mobilfunknetz. Ob dies auch in der endgültigen Version der Fall sein wird ist noch offen.
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