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Telekom und British Telecom kooperieren bei UMTS

12.06.2001 | 00:00 Uhr |

Bonn (dpa)-Als erste Mobilfunkbetreiber haben die Deutsche Telekom und British Telecom (BT) eine Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb ihrer UMTS-Netze vereinbart. Die geplante Kooperation im Mobilfunk der Zukunft betrifft sowohl die Infrastruktur in Deutschland wie auch in Großbritannien. Wie die T-Mobile International am Dienstag in Bonn mitteilte, seien zwischen D1 (T-Mobil) und der deutschen BT-Tochter Viag Interkom sowie der britischen Telekom-Tochter One2One und BT Cellnet zwei Absichtserklärungen geschlossen worden.

Durch die Zusammenarbeit rechnet die Telekom mit Einsparungen beim UMTS-Netzaufbau von insgesamt 30 Prozent oder gut fünf Milliarden DM. Für die Errichtung der Netze in beiden Ländern hatte der Bonner Riese einen Betrag von rund 18 Milliarden DM veranschlagt. Der Charme der Vereinbarung bestehe vor allem für Großbritannien, ergänzte ein T-Mobile-Sprecher. So könne die Telekom dort rund zwei Drittel der Ersparnisse realisieren. Viag Interkom bezifferte die Einsparungen in den kommenden zehn Jahren auf 1,4 Milliarden Euro (2,7 Mrd DM).

Mobilfunkchef Kai-Uwe Ricke bezeichnete die Zusammenarbeit als "wegweisend und einen wichtigen Meilenstein für den schnellen… Netzaufbau in zwei der bedeutendsten Telekommunikationsmärkte Europas". Hiervon würden die Kunden, Aktionäre und die Umwelt gleichermaßen profitieren. Wie es weiter hieß, sollen möglichst kurzfristig bindende Vereinbarungen zwischen Telekom und BT ausgehandelt und den zuständigen Behörden vorgelegt werden.

In der vergangenen Woche hatte die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in einer wegweisenden Entscheidung begrenzte Kooperationen zwischen den UMTS-Anbietern beim Netzaufbau und-betrieb ausdrücklich gestattet. In Deutschland ersteigerten im vergangenen Jahr sechs Bieter für jeweils knapp 17 Milliarden DM eine UMTS-Lizenz.

Bei der T-Mobile International AG, in der sämtliche Mobilfunk-Aktivitäten der Telekom zusammengefasst sind, hieß es weiter, die Zusammenarbeit mit BT stehe im Einklang mit regulatorischen und kartellrechtlichen Rahmenbedingungen. Außerdem sei die Unabhängigkeit der Lizenznehmer garantiert.

Durch die Kooperation würden die Netzbetreiber in Deutschland und Großbritannien mit deutlich weniger Antennenstandorten auskommen als bisher angenommen. Nach Einschätzung von T-Mobil kommen bis zu 50 Prozent der UMTS-Standorte für eine gemeinsame Nutzung in Frage. Die Anzahl der zu errichtenden Senderstandorte werde dadurch deutlich kleiner.

Die britische Telekom-Tochter One2One soll durch die Kooperation die Möglichkeit erhalten, das bestehende GSM-und schnelle GPRS-Netz von BT Cellnet zu nutzen. Eine solche Vereinbarung besteht bereits zwischen T-Mobil und Viag Interkom, dem viertgrößten und kleinsten Mobilfunkbetreiber in Deutschland. T-Mobile und BT Wireless würden in den jeweiligen Ländern im Rahmen der Versorgungsauflagen die Infrastruktur gemeinsam aufbauen und nutzen. dpa

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