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Telekom will mit UMTS erst 2003 starten

28.08.2000 | 00:00 Uhr |

Die Deutsche Telekom wird erst 2003 mit einem
eigenen UMTS-Mobilfunkdienst starten und damit bis zu einem Jahr
später als der Konkurrent MobilCom. Bis 2010 rechnet der Konzern mit
mehr als 25 Millionen Anschlüssen für das eigene Netz. Das sagte der
Chef der Telekom-Tochter T-Mobil International AG, Kai-Uwe Ricke,
nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung»
(Montagausgabe).

In zehn Jahren werde es in Deutschland mehr UMTS-Anschlüsse als
Einwohner geben, sagte Ricke. Viele würden mehr als ein Handy
besitzen. T-Mobil rechne dann mit einem Durchschnittsumsatz pro
Handy-Kunden von 60 Euro. Das ist die Hälfte mehr als derzeit.
Telefongespräche würden nur noch 40 Prozent zum Umsatz beitragen. Auf
Geschäftsabwicklungen per Handy würden 20 bis 25 Prozent entfallen.

Die 16,7 Milliarden DM für die UMTS-Lizenz lohnten sich, sagte
Ricke. Die Investition werde über 20 Jahre linear abgeschrieben,
drückt also jährlich mit 830 Millionen DM auf den Gewinn. In das Netz
selbst werden vier bis sechs Milliarden DM investiert; die Zahl der
Antennenstandorte wird auf 30 000 verdoppelt.

Insgesamt hat die Telekom in Deutschland, Großbritannien und den
Niederlanden 30 Milliarden DM in UMTS-Lizenzen investiert. Bewerben
will sich der Konzern zu gegebener Zeit auch in Österreich, Ungarn,
Polen, Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Russland und der Ukraine.
In Frankreich und Schweden ist die Telekom über Partner im Rennen.
Auch Italien, wo die Bewerbungsfrist bereits ohne Telekom-Bewerbung
abgelaufen ist, hat der Konzern nach Rickes Worten noch nicht
abgeschrieben. Geprüft werden zudem Investitionen in der Schweiz,
Belgien, Dänemark und Portugal.
dpa

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