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Assassin's Creed 2 Discovery - Test

16.02.2010 | 12:15 Uhr |

Unterwegs mit dem Meuchelmörder Ezio - wie schlägt sich der zweidimensionale iPhone-Ableger einer der besten Konsolenspiele des letzten Jahres?

Assassins Creed 2 Discovery iPhone
Vergrößern Assassins Creed 2 Discovery iPhone

Ezio, passionierter Assassine und Held dieses Spiels, begibt sich nach Spanien, um gefangen gehaltene Brüder gleicher Profession zu befreien. Die Inquisition hat mehrere Assassine in einem Handstreich geschnappt, und ihr geratet in der Rolle von Ezio in eine Intrige, in welcher auch die eigentlich ausgerotteten Templerritter mitmischen.

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Soweit die Therorie. Was sich wie das Grundgerüst zu einem Action-Adventure anhört, entpuppt sich schnell als 2D-Plattformspiel mit hohem Schwierigkeitsgrad. Dieser resultiert aus der Steuerung heraus, die zwar grundsätzlich gelungen ist, aber lange Einarbeitungszeit erfordert. Ezio wird nämlich über einen Schieberegler bewegt, und bis ihr damit feinfühlig genug seid, sind viele Bildschirmtode ins spanische Land gezogen. Auf der rechten Seite finden sich die Angriffs- und Sprungbuttons, im späteren Spielverlauf kommen mehrere kontextsensitive Aktionen hinzu. Ezio kann sich in Heuwagen und Hauseingängen verstecken, Gegner von Dächern und Plattformen herunterziehen, Pfeile abwehren, an Masten hangeln, Konterattacken starten, Messer werfen und vor allem die zahlreichen Feinde hinterrücks meucheln. Letzteres ist das zentrale Spielelement in Assassins Creed 2 Disvcovery. Im direkten Clinch mit den Gegnern verliert ihr fast automatisch Lebensenergie, ihr solltet also stets bemüht sein, von hinten an die Gegner heranzukommen. Bisweilen zeigt euch eine Veränderung der Grafik einen nahe versteckten Schatz an – dann müsst ihr das iPhone oder den iPod schütteln, um den Zugang zu dem Versteck zu öffnen.

Die acht langen Levels sind in mehrere Unterabschnitte unterteilt. Es gibt Missionen, in welchen ihr Diebe verfolgen müsst oder Feinden zu entkommen versucht, klassische Meuchelaufträge, in welchen ihr höchstens drei Mal gesehen werden dürft und auch einige Rettungseinsätze. Zusätzlich zu den Schätzen sind in den Levels Steckbriefe von euch verteilt. Diese könnt ihr von der Wand reißen – habt ihr genug gesammelt, erhöht sich eure Lebensenergie (die sich übrigens auch von selbst regeneriert). Weiterhin gibt es Karten zu entdecken, die aus einem Atlas gerissen wurden. Jede dieser Karten schaltet einen Herausforderungslevel frei. Es gibt also einiges zu tun in Assassins Creed 2 Discovery. Die Spielzeit ist mit rund sieben Stunden zufriedenstellend.

Die Technik des Spiels ist Geschmackssache. Auf der Soundseite gefallen das Waffengeklirr und die coole Musik, grafisch begeistern die wirklich vielfältigen Stealth-Kill-Animationen. Die Farbgebung des Spiels wird beherrscht von herbstlichen Grau-, Braun- und Rottönen. Krasser Gegensatz dazu sind die hässlich-schlichten Tutorials, welche euch lange durch das Spiel begleiten. Auch die Herausforderungen sind in diesem Stil gehalten – unsere Bilder geben euch einen Eindruck davon. Zudem bricht die Bildrate in hektischen Szenen drastisch ein.

Fazit und Wertung

Anfangs war ich versucht, mein Testgerät an die Wand zu werfen. Wie kann Ubisoft nur zulassen, das der – auf PS3 und Xbox 360 so enorm verbesserte zweite Teil – auf dem iPhone solch einen zunächst vermeintlichen Rückschritt erfährt? Die Steuerung treibt einen zu Beginn in den Wahnsinn, da der hektisch zappelnde Ezio mit dem Schieberegler alles andere als ein heimlicher Attentäter ist. Es braucht eine Weile, bis ihr euch an die Steuerung gewöhnen werdet, und dann erst stellt sich auch ein vernünftiger Spielfluss ein. Assassins Creed 2 Discovery spielt sich nicht mehr wie der Erstling, sondern scheint mir eine Reminiszenz an das altehrwürdige Prince of Persia zu sein – diesem Titel ähnelt es nämlich speziell in Kerkern spielerisch weit mehr als seinem eigenen Vorgänger. Das ganze Spiel ist auf seinen Spielablauf zurechtgeschnitten, nicht auf innere Logik oder die korrekte Darstellung einer mittelalterlichen Stadt. Warum sonst sollten Frauen in Abendgewändern plötzlich in Fallgruben umherlaufen? Das Spiel ist spannend, aber die Masse an Contras verhindert unzweifelhaft ein "Gut", also vier Sterne. Wir vergeben daher starke drei Sterne. Wer – so wie ich persönlich – dieser Art Spiel zugetan ist, kann aber im Geiste einen Stern dazu rechnen. Zudem soll hier auch mal die Preispolitik angesprochen werden: Das Spiel kostete zum Start 7,99 – deutlich zu viel, was ein weiterer Contrapunkt gewesen wäre. Schon kurze Zeit später wurde der Preis gesenkt. Diese – nennen wir es mal dynamische Preisgestaltung – verärgert viele Erstkäufer in absolut nachvollziehbarer Weise.

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