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Junxion IV

07.09.2009 | 09:01 Uhr |

Das Steim-Labor in Amsterdam hat vor einiger Zeit "Junxion" entwickelt: Eine Software die nahezu beliebige Inputs in MIDI-Signale umwandelt und damit das Steuern aller MIDI-fähigen Geräte erlaubt.

Mit Junxion IV verbindet man fast beliebige Inputs via MIDI mit virtuellen Synthesizern
Vergrößern Mit Junxion IV verbindet man fast beliebige Inputs via MIDI mit virtuellen Synthesizern

Zu den Signalgebern gehören zunächst Tastatur und MIDI-Keyboard. Aber spannender Weise verarbeitet das Programm auch Videosignale, Audio-Inputs, Timersequenzen oder Bewegungsimpulse, etwa durch den Nintendo-WII-Controller. Auch jeder handelsübliche Joystick oder ein Touchpad sowie Inputs über den Open Sound Control-Standard (OSC) verarbeitet Junxion. Mit OSC lassen sich prinzipiell auch das iPhone und der iPod Touch als Signalgeber verwenden. Allerdings benötigt man Geräte-seitig eine geeignete App.

Es leuchtet ein, dass sich die Möglichkeiten musikalischer Aufführungen und Live-Performances durch Junxion dramatisch erweitern lassen. Zum Beispiel ist es problemlos möglich, etwa mit einer Videokamera Bewegungen aufzuzeichnen und in Echtzeit in MIDI-Steuerdaten umzuwandeln. Das können Note-On-Befehle sein, um Melodien zu erzeugen. Das freie Routen von In- und Output erlaubt aber auch das Zuordnen der Steuersignale zu beliebigen MIDI-Controllern. Das wiederum bedeutet, dass man mit Junxion jeden Klangparameter angeschlossener Synthesizer von außen beeinflussen kann - vorausgesetzt, er ist via MIDI steuerbar.

Die Bedienung

Das Programm funktioniert einfach: Es erkennt nach dem Start angeschlossene Eingabegeräte und deren Knöpfe oder Regler automatisch. Will man Video- und Audio-Inputs zum Steuern verwenden, schaltet man sie in den Preferences frei.

Die Steuerung lässt sich per Drag & Drop einrichten: Man zieht ein Steuerelement in die Patch-Bay und wählt im Action-Menü die Aktion, die das Betätigen des Steuerelements nach sich ziehen soll. Was für Actions das sind, hängt vor allem vom angeschlossenen MIDI-Equipment ab: So kann man bei einem MIDI-Player zum Beispiel eine Tonfolge auslösen, bei einem Synthesizer Klang beeinflussende Parameter wie Filter oder Hüllkurven modulieren oder auch durch die Programme schalten. Die Grenze liegt bei der Fantasie des Benutzers und den Fähigkeiten angeschlossener Klangerzeuger.

Für die direkte Kommunikation mit den virtuellen Geräten nutzt man einen der beiden virtuellen Junxion-Ports und stellt diesen als Input im Klangerzeuger ein.

Fazit

Bei Junxion IV handelt es sich um ein eher ungewöhnliches Programm zur Kontrolle MIDI-fähiger Klangerzeuger. Traditionalisten, die ihre Musik über Tasten einspielen, werden sich davon kaum angesprochen fühlen. Experimentalisten, die nach neuen Ausdrucksformen suchen, können dagegen ihre Live Performances deutlich kreativer gestalten. Thomas Pelkmann

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