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Retrospect Desktop 8.1 im Test: Vielseitiges Backup-Programm

03.02.2010 | 16:00 Uhr |

Nach langer Wartezeit gibt es nun eine auch auf Intel-Macs lauffähige Version von Retrospect Desktop. Die Bedienung ist aber weiterhin eine Herausforderung, ein Minuspunkt um gegen Apple Time Machine zu bestehen.

Die Backup-Lösung Retrospect Desktop sichert drei Rechner im lokalen Netz, wobei die Clients sowohl mit Mac-OS als auch mit Windows ausgestattet sein können. Die Software besteht aus der Backup-Engine, die im Hintergrund läuft, dem Programm (Konsole) für die Einstellungen sowie der Client-Software. Engine und Konsole können auf unterschiedlichen Rechnern installiert sein. Die Backup-Daten legt Retrospect in einem eigenen Format ab, wiederherstellen lassen sie sich deshalb nur mit dem Programm. Gesichert werden kann auf Festplatten, Bandlaufwerke oder optische Medien. Auf Wunsch verschlüsselt das Programm das Backup und komprimiert die Daten.

Im Test sichern wir einen Mac Mini, an den die Backup-Festplatte per USB angeschlossen ist, sowie über das lokale WLAN zwei Macbooks . Die Sicherung erfolgt automatisch im Hintergrund zur voreingestellten Uhrzeit oder, sofern der Termin überschritten wurde, nach dem Einschalten oder Aufwachen des Mac Mini. Die WLAN-Clients dürfen sich zum Zeitpunkt der Sicherung nicht im Ruhezustand befinden, sonst fällt deren Sicherung aus. In einem drahtgebundenen Netz kann Retrospect die Clients dagegen über das Netz aktivieren.

Trotz der überarbeiteten Oberfläche ist Retrospect weiterhin ohne ausführliches Handbuchstudium nur schwer zu bedienen.
Vergrößern Trotz der überarbeiteten Oberfläche ist Retrospect weiterhin ohne ausführliches Handbuchstudium nur schwer zu bedienen.

Der Hersteller EMC hat die Oberfläche des Konsolenprogramms komplett überarbeitet und viele Bedienungselemente von Mac-OS X übernommen, sodass die Oberfläche recht modern wirkt. Viel einfacher ist die Bedienung im Vergleich zur Vorgängerversion dadurch aber nicht geworden und vieles erschließt sich erst nach einem Blick in das Handbuch. Momentan gibt es jedoch nur eine Kurzfassung (Erste Schritte), ein ausführliches Handbuch steht noch aus.

Am schnellsten ans Ziel kommt man mit der Assistenten-Funktion. Es gibt sie für das Backup, für das Wiederherstellen von Daten und um eine Kopie eines Volumes zu erstellen. Über einen Monat laufen die Sicherungen automatisch im Hintergrund und es ist problemlos möglich, Dateien und Ordner wiederherzustellen. Man wählt sie für das Wiederherstellen entweder aus einer hierarchischen Struktur aus oder sucht über die Suchfunktion nach bestimmten Objekten.

Was im Test zuerst nicht glückt ist das Starten von einer auf ein USB-Laufwerk duplizierten internen Festplatte. Wir finden dann heraus, dass man für die externe Festplatte im Informationsfenster des Finders die Option "Eigentümer auf diesem Volume ignorieren" vor dem Duplizieren ausschalten muss, was aber nirgendwo dokumentiert ist. Zudem dauert das Kopieren von gut 48 GB mit rund drei Stunden recht lange, selbst wenn man berücksichtigt, dass Retrospect nach der Übertragung die Originale und die Kopien miteinander vergleicht. Carbon Copy Cloner erledigt das in einer Stunde, vergleicht die Daten jedoch nicht.

Empfehlung

Retrospect Backup ist wie schon die Vorgängerversion zwar leistungsfähig, aber wegen der komplexen Oberfläche schwer zu bedienen. Braucht man weder verschlüsselte Sicherungskopien noch Sicherungen auf Band und hat auch keinen PC, der gesichert werden muss, ist man mit Time Machine besser bedient.

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