Testfahrt im Intel-Mac
Vor wenigen Tagen konnten Redaktionsmitglieder konspirativ Apples Intel-Transitionkit für die Entwickler testen. Stärken zeigt der Intel-Mac bei Photoshop und Quark Xpress, Schwächen dagegen beim Encoden. Der Emulator Rosetta hinterlässt ein gemischtes Bild.
Seit einiger Zeit liefert Apple an registrierte Entwickler das Transition-Kit aus, den ersten Mac mit einem Pentium-Prozessor. Die Intel-Version von Mac-OS X ist noch in einem Betastadium, und die Geräte dienen nur der Anpassung von Software auf kommende Rechner mit Pentium-Prozessoren. Endgültige Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit kommender Apple-Systeme lässt unser Test daher nicht zu.
Die Hardware
Der Entwickler-Intel-Mac sieht auf den ersten Blick aus wie ein Power Mac G5. Ein Blick hinein offenbart, dass die Maschine wohl eilig zusammengestöpselt wurde, was den Verdacht erhärtet, dass es sich bei Jobs Umstiegs-Ankündigung um eine eher impulsive Reaktion des Firmenchefs gehandelt hat. Im G5-Gehäuse steckt ein leicht abgewandeltes Intel D915GUX-Motherboard mit vier RAM-Slots, vier SATA-Anschlüssen, einem IDE-Anschluss, zwei 32-Bit-PCI-Steckplätzen, einem 16x-PCI-Express-Slot und einem 1x-PCI-Express-Slot.
Im CPU-Sockel steckt ein Pentium 4 660 mit 3,6 GHz, 2 MB Cache und 800 MHz Frontsidebus, gefertigt im 90-Nanometer-Prozess. Ein großer runder CPU-Kühlkörper führt die Hitze ab, die zwei Lüfter an der Rückwand aus dem Gehäuse blasen – von einem ausgefeilten Lüftungssystem wie im im Power Mac ist nichts zu sehen. Ebenso fehlen Bluetooth, Airport, die optischen Digital-Audio-Anschlüsse und Firewire 800, die entsprechenden Löcher im Gehäuse sind mit Plastik verdeckt. Diese fehlenden Komponenten machen das „Developer Transitionkit“ leider für einige Entwickler nutzlos. Die Motherboard-Version für Apple ist darüber hinaus auch nicht mit PS2-, LPT- und COM-Anschlüssen bestückt.
Die Grafik erzeugt der im i915-Chipsatz integrierte GMA-900-Beschleuniger von Intel, dessen Output per PCI Express an die Add2-DVI-D-Adapterkarte geleitet wird. Der Chip, der den Hauptspeicher als Video-RAM nutzt, ist wie alle integrierten Grafikchips kein Leistungswunder. Er ist allerdings Shader-2-kompatibel und unterstützt somit Apples Core-Image-Technologie.
Auf der Hauptplatine sitzt außerdem ein Infineon TPM (Trusted Processor Module), das Apple abfragt, um zu verhindern, dass Mac-OS X auf normalen PCs läuft. Über diesen höchstwahrscheinlich nicht endgültigen Kopierschutz berichteten wir ausführlich schon vor zwei Wochen.
Der Pentium 4 unterstützt Simultanes Multithreading, bei Intel „Hyperthreading“ genannt, und erscheint im System als zwei Prozessoren. Apple bietet dafür sogar ein eigenes Thread-Fenster („Processor Palette“) an und erlaubt die Deaktivierung von Hyperthreading in einem eigenen Kontrollfeld. Für die ebenfalls integrierte 64-Bit-Erweiterung EMT64, die Intel von AMD lizensiert hat, ist jedoch leider keine Unterstützung seitens Mac-OS X zu erkennen.
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