1055499

Banken profitieren durch Spammer

27.05.2011 | 07:02 Uhr |

Forscher haben testweise getan, wovon sonst immer dringend abgeraten wird: sie haben bei zweifelhaften Anbietern gekauft, die mittels Spam Werbung für ihre Dienste und Produkte machen. Dabei haben sie heraus gefunden, dass einige Banken von diesen Geschäften besonders profitieren.

Sicherheitsfachleute warnen regelmäßig und nachdrücklich davor bei Anbietern zu kaufen, die mit Spam-Mails auf sich aufmerksam machen. Spammer sollten nicht auch noch für das Versenden von Spam-Mails belohnt werden. Würde niemand beim Spammer kaufen, könnte die Spam-Flut bald versiegen. Doch US-Forscher haben diese Regel bewusst gebrochen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Wie Mikko Hypponen, CTO des finnischen Antivirusherstellers F-Secure, im Blog des Unternehmens berichtet, hat F-Secure vor einiger Zeit selbst Testkäufe getätigt. Immerhin haben dabei fast alle Spammer tatsächlich etwas geliefert, auch wenn es zum Teil gefälschte Produkte waren. Eine gefälschte Rolex-Uhr blieb beim Zoll hängen und wurde dann zerstört. Die beim Kauf benutzen Kreditkarten wurden anschließend sorgsam überwacht, doch es war kein Missbrauch festzustellen. Auch mehr Spam als ohnehin schon kam nicht.

Hypponen nutzt diese früheren Erkenntnisse als Einleitung, um über eine neue Studie der Universität von Kalifornien zu berichten. Die Forscher um Stefan Savage , Informatikprofessor in San Diego, haben die gesamte Spam-Kette untersucht. Sie haben auch die Botnetze analysiert, über die der Spam verschickt worden ist, die Hosting-Provider, bei denen die Web-Seiten der Spammer liegen, sowie die Banken, die deren Geldfluss abwickeln.

Eines der interessantesten Ergebnisse ist, dass fast alle Geschäfte der Spammer über gerade einmal drei bestimmte Banken abgewickelt werden. Eine davon hat ihren Sitz in Norwegen, eine zweite in der Karibik und die dritte in Aserbeidschan (ESC-Sieger 2001). Die norwegische DnB NOR Bank hat inzwischen via Twitter reagiert und erklärt, sie hätte im letzten Winter eine andere Bank übernommen, zu deren Kunden auch ein Spammer gezählt habe. Den zähle die Bank inzwischen nicht mehr zu ihren Kunden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1055499