Von Walter Mehl - 23.07.2012, 16:35

Texteditor neu erfinden - The Soulmen

Ulysses 3 für Textschreiber

Ulysses ist ein Texteditor - leicht verständlich, schnell erlernbar und beschränkt auf das Wesentliche: Schreiben von Texten. Version 3 ist derzeit im Test, Fertigstellung und Verkaufsstart aber noch ungewiss
Anmerkung vorab: Ulysses 3 ist derzeit in einem frühen Entwicklungsstadium. Die von uns getestete Version trägt den Untertitel "Alpha 1". Das bedeutet unter anderem, dass derzeit nur der Editor an sich nutzbar ist; viele andere Teile wie der Export sind noch nicht fertig.
Anmerkung 2: Der Autor dieser Zeilen hat 2004 Ulysses 1 (www.the-soulmen.com ) gekauft und seitdem für fast alle Texte genutzt - eine gewisse Voreingenommenheit ist deshalb nicht abzustreiten.
Anmerkung 3: Eben dieser Autor arbeitet beim Schreiben vorzugsweise ohne Maus. In den Texten sollten sich alle Betonungen und ganz generell Strukturhilfen (wie Kommentare, Gliederung und andere) mit Tastenkombinationen erzeugen lassen.
Der erste Eindruck bei Ulysses 3 ist: Da fehlt aber noch einiges. Das Fenster zeigt nur eine lange Textspalte, aber keine Zusammenfassungen der anderen Texte und keinen Bereich für Notizen. Die Begründung dafür steht auf http://ulyssesapp.com/devblog/ - Notizen als eigenständigen Bereich für alles Mögliche wird es in Zukunft nicht mehr geben.
Schon an dieser Stelle sollte deshalb allen klar sein, dass Ulysses 3 eine Neuentwicklung ist. Das Ziel dabei sei nichts geringeres als "den besten Texteditor zu erschaffen, den die Welt gesehen hat" (Zitat von der Webseite ulyssesapp.com ).
Ulysses 3 ist derzeit nur die Grundkomponente - ein Fenster, ein Dokument und eine Reihe von Markdown-Zeichen, beispielsweise "##",  die einen Absatz zu einer Überschrift zweiten Grades machen. Ulysses nutzt die bildschirmfüllende Ansicht des aktuellen Betriebssystems, zeigt bisher aber im Hauptfenster bisher nur einen Text an. Rechts neben dem Text stehen die Absatznummern (keine Zeilennummern!) und ganz rechts auf Wunsch eine Liste der Zeichen, die den Text strukturieren oder formatieren.
Spannend ist das neue Konzept der Inline-Elemente: Links zu Internetseiten, Fußnoten, Filme oder Bilder zieht man mit der Maus an die gewünschte Stelle im Text. Oder für Tastaturliebhaber: Rechteckige Klammern einfügen ("Wahltaste-5" und "Wahltaste-6") und schon öffnet sich ein Fenster für die Internetadresse (URL) und eine Überschrift oder den Seitentitel.
Diese Inline-Elemente bewegen sich mit dem Text, der sie umgibt - auch einen Ausflug in die Zwischenablage überstehen sie. Um sie zu verändern, ist man momentan aber noch auf die Tastatur angewiesen: Inline-Element auswählen und dann die Eingabetaste drücken. Dann öffnet sich ein Fenster, dass die zuvor eingefügten Elemente wieder sicht- und änderbar macht.

Wünsch' Dir was

Womit wir bei unserer Wunschliste wären:
Ulysses 3 braucht einen Zeichenzähler. Für kommerzielle Autoren endet ein Text nach einer gewissen Zahl von Zeichen oder Zeilen (Normzeilen mit einer gewissen Zahl von Zeichen). Deshalb muss man als Autor die aktuelle Zahl der Zeichen oder Zeilen immer im Blick behalten können.
Außerdem fehlen uns die Such- und die Exportfunktion. Ulysses lebt bisher davon, dass man aus den dort geschriebenen Texten, mit einem Klick ein Gesamtdokument beispielsweise im Dateiformat von Microsoft Word erzeugen kann. Beides aber haben die Entwickler in einem Video zu dieser Testversion aber schon versprochen.
Wir sind gespannt, wie die Entwicklung (im besten Sinne des Wortes) des Editors weiter verläuft.
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