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The Filter von Peter Gabriel: Soziale Musikempfehlungen

06.06.2008 | 15:35 Uhr |

Das Empfehlungssystem für Filme und Musik The Filter von Peter Gabriel ist ab sofort frei für jedermann zugänglich und soll maßgeschneidert Ordnung in das unüberschaubare Massenangebot im Internet bringen.

Bisher lag thefilter.com ausschließlich in einer privaten Betaversion vor, jetzt darf jeder mitmachen. Das System, das dem Anwender Musik und Filme nach seinem persönlichen Geschmack vorschlagen soll, kommt aus der digitalen Denkfabrik des ehemaligen Genesis-Frontmannes und Grammy-Preisträgers Peter Gabriel. Seine Vision besteht darin, das unüberschaubare Massenangebot von Musik und Filmen auf dem virtuellen Markt für jeden Nutzer individuell zu filtern und das Angebot auf seine persönlichen Vorlieben zuzuschneiden.

Das Internet bietet so viele Möglichkeiten der Unterhaltung, dass man recht schnell den Überblick verlieren kann, sagt Gabriel und hat bereits mehrere Lösungen und Dienste ausgetüftelt, die diesem Trend entgegen wirken sollen. The Filter ist eine von ihnen: Der Dienst soll sich virtuell in den Anwender einfühlen, seine Stimmungen und seinen Geschmack kennen lernen und ihm entsprechende Medienangebote vorschlagen. Dabei greift das System auf zwei Informationsquellen zurück. Der Anwender füttert den Filter zunächst mit seinen Präferenzen in verschiedenen Kategorien aus Film und Musik. Ist er nun mehr der ACDC-Typ oder dann doch eher der Spice Girls-Typ?

Weitere Informationen holt sich das System über eine im Finder installierte Funktion, die sämtliche iTunes-Titel und die Hörgewohnheiten des Anwenders laufend überprüft und in die Filterfunktion einfließen lässt. Die Technik kommt aus dem Bereich der bayesischen Mathematik, die sich mit künstlicher Intelligenz befasst. The Filter schlägt dem Anwender eine auf statistischer Wahrscheinlichkeit beruhende Auswahlliste vor und sortiert sie nach persönlichem Geschmack, Beliebtheit oder Genre. Die vorgeschlagenen Inhalte kann man sich auf der Internetseite anhören. Sollte die Auswahl tatsächlich den persönlichen Geschmack getroffen haben, kann man sie im iTunes Store herunterladen oder als CD bei Amazon bestellen.

Bei der Anmeldung auf der Seite fragt The Filter den Anwender zunächst nach seinen fünf liebsten musikalischen Genres. Für die Kategorie HipHop beispielsweise spuckt der Filter sogleich eine erste Auswahl von Künstlern aus, unter Eminem, Black Eyed Peas oder 50 Cent kann man für eine erste Vorauswahl Punkte verteilen. Mit Hilfe eines Schiebereglers von 0 bis 100 Prozent kann man bei beliebig vielen vorgeschlagenen Songs bewerten, wie gut sie den eigenen Geschmack treffen. Im nächsten Schritt fragt der Dienst nach bevorzugten Filmgenres und präsentiert dann wieder passende Vorschläge. Ob dieses Konzept allerdings allein dem Genie von Peter Gabriel zuzuschreiben ist, bleibt fraglich.

Last.fm und die mittlerweile davon aufgekaufte Schwesterfirma Audioscrobbler bieten schon seit 2002 einen Dienst an, der auf einem ähnlichen Prinzip basiert, ebenfalls mit iTunes zusammenarbeitet und zusätzlich noch personalisierte Konzerttermine und seelenverwandte Musikfans aufspürt. Auch der Service Pandora leistet ähnliche Arbeit, ist aber Nutzern aus den USA vorenthalten. Wer an The Filter interessiert ist, kann sich auf der Internetseite ein Plug-in herunterladen, das nach der Installation 2.5 Megabyte Platz braucht und Mac OS X 10.4 mit iTunes 6.0 voraussetzt.

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