Echte Explosionen in 3D
Wirklich herausragend sind die neuen Funktionen des Compositing-Programms Motion, das in Version 3 nicht nur den 3D-Raum unterstützt, sondern über speicherbare Vorlagen das Leben mit den unzähligen Grafiken im Video sehr vereinfacht. Neu sind Dienste wie Audio-Behaviors und das Verhalten Smooth Cam. Wer in Motion eine Bauchbinde (Lower Third) oder eine andere, immer wiederkehrende Bewegtgrafik anlegt, kann diese als Mastervorlage in einem dafür vorgesehenen Ordner auf der Festplatte speichern, diese direkt in Final Cut Pro laden und dort sogar weiter bearbeiten, zum Beispiel einen neuen Text einsetzen. Ändert man die ursprüngliche Vorlage im Verlauf seines Projektes wiederum in Motion, so landen die Änderungen automatisch auch in der Final-Cut-Pro-Sequenz. Der Anwender kann in Motion darüber hinaus eine Dropzone anlegen (man kennt diese aus DVD Studio Pro, iMovie oder iDVD), und den Zonenbereich in Final Cut Pro mit neuem Video- oder Bildmaterial füttern, was wiederum das Ausrendern von sich ständig wechselnden Inhalten weitestgehend erspart. Viel Entwicklungsarbeit hat Apple in den 3D-Bereich von Motion gesteckt, der zwar die Fähigkeiten von After Effects noch nicht erreicht, durch eine einfache Benutzerführung jedoch einen schnellen Einstieg in die Welt von Video und 3D verspricht.
Jede Ebene und jede Gruppe von Elementen in Motion hat eine eigene Schaltfläche, über die man das Objekt von 2D in 3D umwandelt und eine dritte (Z-)Achse hinzufügt. Bedient man sich im Vorschaufenster des neuen 3D-Werkzeugs, kann man das Objekt in alle drei Richtungen drehen, neigen und kippen. Um nicht nur ein Element, sondern eine komplette, dreidimensionale Szene zu erschaffen, fügt der Anwender eine Kamera hinzu, die ihrerseits wiederum animierbar ist. So kann man beispielsweise Aufnahmewinkel und Position der Kamera bestimmen und diese um ein Objekt herumfahren lassen. Welche Bewegung man auch immer durchführt, man sieht das aktuelle Kamerabild in einem kleinen Vorschaufenster in der unteren linken Ecke. Um nicht im 3D-Raum verloren zu gehen, hat Apple eine kleine Navigationshilfe in die linke untere Ecke des Vorschaufensters implementiert, die dem orientierungslosen Anwender zu jeder Zeit die unterschiedlichen Perspektiven von oben, unten, links und rechts zeigt. Da sie immer wieder auf den Ausgangspunkt zurückfährt, kann der Anwender die Bewegung der Kamera verfolgen – ein simpler aber effizienter Trick, um schnell zu sehen wo sich Kamera und Objekte im 3D-Raum befinden. Vorgefertigte Kameraanimationen wie Zooms, Schwenk oder ein virtueller Dolly erleichtern zudem das Bewegen der Kamera zur optimalen Aufnahme von Objekten.
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