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Think Secret wehrt sich gegen Apple

09.03.2005 | 16:02 Uhr |

Die Betreiberfirma der Apple-Gerüchtesite Think Secret, die dePlume Organization LLC, hat am obersten Gericht von Kalifornien einen Antrag eingereicht, der die Klage Apples wegen Geheimnisverrates zurückweisen soll.

Die Anwälte von Think Secret berufen sich weiterhin auf den ersten Zusatz der US-verfassung, der die Pressefreiheit garantiert. Was Nick de Plume getan habe, sei etwas, "was Journalisten die ganze Zeit machen", er sei in keiner Weise verpflichtet, seine Quellen zu nennen. Der Antrag stützt sich auf Kaliforniens Anti-SLAPP-Gesetz (Strategic Lawsuit Against Public Participation), das Angeklagten in einem Prozess die Möglichkeit einräumt, die Klage zurückzuweisen, sofern diese zum Zweck eingereicht wurde, ihre freie Meinungsäußerung zu unterbinden. Der Prozess ist damit vorerst bis Mitte April gestoppt, bis ei Richter über den Antrag der Think-Secret-Anwälte entscheidet. Apple sei nun am Zug und müsse nun dem Gericht zeigen, dass es eine realistische Chance habe, die Vorwürfe gegen den Think-Secret-Betreiber Nicholas Ciarelli alias Nick de Plume zu beweisen, meinen deren Rechtsvertreter.

Politisch gesehen kann Apple den Prozess gegen AppleInsider und Thinksecret nur verlieren. In der Pressemitteilung, in der sich Ciarelli letzte Woche auf das erste Amendment der amerikanischen Verfassung berufen hat, führte er zudem einen Größenvergleich an: Würde die New York Times die Informationen publizieren, die er veröffentlicht habe, würde das als guter Journalismus gelten und Apple keine gerichtlichen Schritte einleiten. Dieses Argument kann offenbar nicht jeder in der Mac-Gemeinde nachvollziehen. John Gruber widerspricht in seinem Blog Daringfireball der Argumentation Ciarellis und stellt gerade dessen journalistische Qualität in Frage. Schließlich hat die New York Times nicht nur Spekulationen über neue Apple-Produkte zurückgehalten, sie würde diese auch nicht als Informationen veröffentlichen, meint Gruber. Guter Journalismus zeichne sich dadurch aus, dass er seine Quellen mehrfach überprüfe und nicht, so wie Think Secret, häufig mit seinen Meldungen daneben liege. (pm/ macnews.de - chr )

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