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Tiefschwarze Zahlen dank iPod

15.04.2004 | 13:01 Uhr |

Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres konnte Apple den Umsatz gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 29 Prozent steigern. Der Gewinn hat sich gar verdreifacht.

Apple hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2003/2004 dank des Absatz-Höhenflugs der iPod-Reihe und solider Notebook-Auslieferungen eine drastische Gewinnsteigerung verbucht.
Apple verdiente in dem am 27. März beendeten Quartalsabschnitt 46 Millionen Dollar (38 Mio Euro) gegenüber 14 Millionen Dollar im zweiten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres. Dabei geht in die Bilanz auch eine Abschreibung von sieben Milionen Dollar für Umstrukturierungsmaßnahmen ein, ohne die der Gewinn bei 53 Millionen Dollar gelegen hätte. Der Gewinn pro Aktie legte auf zwölf (Vorjahresvergleichszeit: vier) Cent zu. Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar, teilte der Mac-Hersteller am Mittwoch nach Börsenschluss mit.

Der Umsatz in Europa, dem zweitgrößten Markt, erhöhte sich dabei auf 449 (338) Millionen Dollar, 187.000 Einheiten konnte Apple hier absetzen. Der größte Markt bleibt Nordamerika mit einem Gesamtumsatz von 881 Millionen Dollar und 361.000 verkauften Einheiten. In Japan erholte sich der Umsatz gegenüber dem Vorquartal kaum, im Vergleich zum Vorjahr ging er um 29 Prozent zurück.

Umsatzbringer iPod

Apple-Chef Steve Jobs verwies auf das Wachstum in fast allen Geschäftsbereichen. Er hob den dramatischen Anstieg der iPod-Verkäufe um mehr als 900 Prozent auf 807 000 Stück hervor, die digitalen Musikplayer spülten 264 Millionen Dollar in die Kassen Cupertinos. Apple lieferte 749 000 Macs aus, was eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dabei erfüllten die Verkäufe von Power Macs und Xserves nicht ganz die Erwartungen, mit 174.000 verkauften Einheiten steigerte Apple zwar den Absatz gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent, gegenüber dem Vorquartal gingen die Verkäufe jedoch um 19 Prozent zurück. Apple hatte gerechnet, mit dem Zugpferd Power Mac G5 200.000 Rechner der Profi-Reihe pro Quartal verkaufen zu können. Ohne die Lieferschwierigkeiten beim Xserve G5 wären die Verkäufe laut Apple nahe bei 190.000 Stück gelegen.
Der Anteil von Mobilrechnern bei den verkauften Stückzahlen hat im vergangenen Quartal 48 Prozent betragen, Powerbooks steuerten mit 157.000 verkauften Einheiten einen Teilumsatz von 336 Millionen Dollar bei. Gegenüber dem Vorjahr sind die Umsätze jedoch um fünf Prozent gesunken, gegenüber dem Vorquartal gar um 19 Prozent. Im Berichtszeitraum hat es keine Neuerungen an den Powerbook-Modellen gegeben.
Erfreulich hat sich hingegen das iBook verkauft, mit 201.000 abgesetzten Einheiten hat der portable Einsteigerrechner für einen Umsatz von 223 Millionen Dollar gesorgt. Gegenüber dem Vorjahr, als noch das Vorgängermodell mit G3-Prozessor im Handel war, bedeutet das ein Plus von 51 Prozent, gegenüber dem Vorquartal, in dem das Weihnachtsgeschäft für hihe Umsaätze im Consumerbereich sorgte, nur ein leichter Rückgang.

Der Verlauf von Apples Rechnerverkäufen über die letzten Jahre hinweg zeigt, dass der iMac als Umsatzknüller immer unwichtiger wird
Vergrößern Der Verlauf von Apples Rechnerverkäufen über die letzten Jahre hinweg zeigt, dass der iMac als Umsatzknüller immer unwichtiger wird
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Im Consumer-Desktop-Bereich muss Apple Schwächen gegenüber dem Vorjahr eingestehen, der Umsatz mit iMacs und eMacs ist gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 252 Millionen Dollar zurückgegangen, im Vergleich zum Vorquartal lediglich um zwei Prozent. Apple erhofft sich durch die in dieser Woche renovierte eMac-Reihe einen neuen Schub in diesem Segment.

Mit Software - Panther, iLife, Filemaker und professionelle Anwendungen wie Final Cut Pro - hat Apple 216 Millionen Dollar eingenommen.

Apple hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 3,9 (2,9) Milliarden Dollar umgesetzt und 109 (sechs) Millionen Dollar oder 29 (zwei) Cent je Aktie verdient.
Finanzchef Fred Anderson betonte das dritte doppelstellige Umsatzwachstum in Reihenfolge und liquide Mittel von 4,6 Milliarden Dollar ohne jegliche Schulden. Apple erwartet auch für das dritte Quartal Umsatz- und Gewinnsteigerungen von über zehn Prozent. Der Umsatz dürfte 1,925 Milliarden Dollar erreichen. Unter Einschluss einer Restrukturierungsbelastung von zwei Cent je Aktie rechnet das Unternehmen im dritten Quartal mit einem Gewinn von zwölf bis 13 Cent je Aktie.

In der an die Bekanntgabe der Quartalszahlen anschließenden Bilanzpressekonferenz ging Apple auf die jüngsten Ereignisse der Mac-Szene ein. So seien die Beschwerden und Kundendienstanfragen wegen Störgeräuschen bei der Tonausgabe des iPod mini von "extrem geringer Zahl." Wie die Promoaktion des iTMS mit Pepsi gelaufen ist, werde man am 28. April, dem ersten Geburtstag des Online-Musikdienstes, detailliert sagen.

Euphorie in Deutschland

Apple ist in Deutschland vor allem wegen des Erfolgs des Musikplayers iPod euphorisch gestimmt. "Ich bin durchweg optimistisch", sagte Deutschland-Chef Frank Steinhoff am Donnerstag der NAchrichtenagentur dpa in München. Im abgelaufenen Quartal sei das Geschäft hier zu Lande ähnlich erfolgreich gelaufen wie im Rest Europas.

Auf breiter Basis sei in Deutschland keine Kauf- oder Investitionszurückhaltung mehr zu spüren, sagte Steinhoff. So zog beispielsweise auch bei Agenturen und Verlagen als klassische Apple- Kunden das Geschäft zuletzt wieder an. Mit einem weiteren Schub sei zu rechnen, wenn Apple im Juli den iPod mini auf den Markt bringt: "Da warten sehr viele drauf." Derzeit mache ihm auch die Konkurrenz, die zunehmend mit ähnlichen Modellen auf den Markt kommt, keine Sorgen. "Apple hat Beschleunigung in den Markt gebracht, andere ziehen jetzt nach." Derzeit habe Apple aber weiter einen technologischen Vorsprung.

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