Von Volker Riebartsch - 11.06.2007, 07:20

Tiger, Leopard, Vista: Betriebssysteme im Vergleich

Mit Mac-OS X 10.5 will Apple Windows Vista Paroli bieten. Das neue Mac-System ist auf Oktober verschoben, eine Betaversion will Apple zur WWDC im Juni präsentieren. Der Vergleich beider Systeme zeigt, wo Apple derzeit die Nase vorn hat – und wo Mac-OS X 10.5 noch verbessert werden muss.

Setzt man heute einen Mac-Anwender an einen Windows-PC unter Vista, wird er sich relativ schnell zurecht finden und mit dem System arbeiten können. Bedienung und Funktionalität der beiden Systeme haben sich – zumindest seit der Vorstellung von Vista – erheblich angenähert.
Das war nicht immer so. Wer wie der Autor seit zwanzig Jahren mit dem Mac arbeitet und immer mal wieder die jeweils aktuellen Windows-Versionen nutzen muss, mag sich erinnern: Ob Windows 3.11, NT oder auch Windows 95, noch nie reichte ein Windows-Betriebssystem im punkto Bedienkomfort so sehr an das gerade aktuelle Mac-System wie Vista an Mac-OS X 10.4.
Neben der reinen Bedienung bieten beide Systeme inzwischen auch bei den im Lieferumfang enthaltenen Programmen oder Systemapplikationen ähnliche Funktionen, als Beispiel seien hier nur die Widgets/Gadgets, die Volltextsuche oder iPhoto/Windows-Fotogalerie genannt. Während Microsoft die Vorstellung von Vista unlängst hinter sich gebracht hat, ist Mac-OS X 10.5 gerade auf den Monat Oktober verschoben worden.
Der Vergleich des aktuellen Mac-Betriebssystems und der bereits bekannten Neuerungen von Leopard (Mac-OS X 10.5) mit denen von Vista zeigt, dass Apple noch an einigen Stellen nachbessern muss.

Alles nur geklaut?

Die Diskussion, ob Teile des neuen Microsoft-Betriebssystems schlichtweg von Apple „geklaut“ sind, wie es einige Mac-Anwender sehen, ist eher müßig. Natürlich weisen viele Vista-Elemente Parallelen zum Mac auf, einiges ist schlichtweg inzwischen gleich und somit Öl im Feuer der Mac-Anwender, die von einer schlechten Kopie sprechen. Auf der anderen Seite hat Microsoft bereits auf der Professional Developers Conference (PDC) 2003 öffentlich seine Pläne für Funktionen genannt, die in Vista (damaliger Codename „Longhorn“) integriert werden sollten.
Unter anderem wurde hier erstmals die Spotlight-verwandte Volltextsuche genannt. Etwa zeitgleich stellte Apple Mac-OS X 10.3 (Panther) vor, die Spotlight-Suche kam erst ein Jahr später mit dem noch aktuellen System 10.4, als übrigens Google die Websuche über Metadaten auch bereits im Angebot hatte. Sicherlich sind aber auch einige Ideen der jeweils aktuellen Mac-Betriebssysteme in die Entwicklung von Vista eingeflossen. Die Entwickler beider Lager lassen sich wohl gegenseitig vom Tun der jeweils anderen „inspirieren“.
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