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Tim Cook: "Apple ist kein Hardwarehersteller"

13.02.2013 | 09:38 Uhr |

Tim Cook erklärt öffentlich, wie sich Apple selbst definiert und wo die kulturen Unterschiede zwischen Apple und anderen Unternehmen der Technikbranche liegen.

Am 12. Februar stand Tim Cook auf einer Konferenz von Goldman-Sachs Rede und Antwort. Auf die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit Apples mit der Konkurrenz: "Im PC-Bereich gab es immer zwei Wettbewerbsfaktoren: Preis und technische Daten. Größere Festplatte oder schnellerer Prozessor." Laut Cook läge die Wahrheit anders: "Die Kunden wollen ein tolles Nutzererlebnis" - nicht messbar in technischen Daten oder im Preis.

Für die Zukunft sieht Cook Apple gut gerüstet und verteidigt sein Unternehmen gegen Befürchtungen der Investoren, dass Apple es gegen die Konkurrenz immer schwerer habe. 40 Prozent des gesamten Smartphone-Marktes sei alleine 2012 entstanden, in den nächsten Jahren werde sich der Markt erneut verdoppeln. Bisher seien erst die Hälfte der Mobilfunk-Vertragskunden weltweit für Apple erreichbar, hier schlummere noch großes Potenzial für das iPhone.

Am Beispiel des iPad erläutert Cook, Apple habe im letzten Quartal 22 Millionen Tablets verkauft, HP - der weltgrößte PC-Hersteller - nur 15 Millionen Computer. Dies seien aktuell nur die ersten Runden in diesem Wandel.

Im Vergleich zur Konkurrenz sind iPad und iPhone immer noch in einigen Bereichen führend. So habe eine Untersuchung von IBM zum Black Friday ergeben, dass das iPad das Gerät gewesen sei, mit dem die Kunden am meisten gekauft hätten. Über das iPad sei doppelt so viel gekauft worden wie über alle Android-Geräte zusammen. "Ich weiß nicht, was die ganzen Leute mit ihren Tablets machen", scherzt Cook.

Nicht nur Hardwarehersteller

Bei der Gelegenheit erläutert Cook, wo er den Unterschied zu anderen Herstellern sieht: "Wir sind kein Hardwarehersteller. Wir sehen den Verkauf eines Gerätes nicht als Ende, sondern erst als Anfang der Kundenbeziehung." Dafür müsse Apple es jedoch schaffen, noch mehr seines Ökosystems in Form der iTunes-Inhalte in weiteren Ländern auszubauen, dort seien oft nur Teile davon erhältlich.

Bei der Fragerunde unterstreicht Tim Cook Apples Ambitionen, technisch möglichst eigenständig zu sein. Schritte wie den Kauf des Chipentwicklers PA Semi werde Apple weiterhin unternehmen, um dadurch eigene Lösungen zu erhalten.

Vorerst kein günstigeres iPhone

Einem spekulierten Billig-iPhone erteilt Cook eine unzweideutige Absage. Die preisreduzierten Einsteiger-iPhones 4 und 4S seien so stark nachgefragt, dass Apple eine Zeitlang nicht mit der Produktion nachgekommen sei. Beim iPod habe Apple ebenfalls mit einem hohen Einstiegspreis begonnen und inzwischen seien iPod-Modelle für 50 Dollar zu haben. In Apples Fokus stehe aber immer das gute Produkt.

Neue Einblicke gibt das Interview nicht, Tim Cook war eher damit beschäftigt, sämtliche Sorgen der anwesenden Investoren zu zerstreuen.

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