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Tim Cook entschuldigt sich in China für Garantie-Richtlinien

02.04.2013 | 10:47 Uhr |

Seit mehr als zwei Wochen erhält Apple negative Aufmerksamkeit durch die chinesische Presse. Diverse Sender und Zeitungen, angeführt vom staatseigenen Volkstagesblatt, haben das US-Unternehmen wegen seiner Garantie-Richtlinien scharf kritisiert.

Apple hat bereits als Antwort auf die negativen Berichte eine offizielle Pressemitteilung auf seiner chinesischen Seite veröffentlicht, doch offenbar sind die chinesischen Medien damit nicht besänftigt. Das tonangebende Volkstagesblatt nannte Apple darauf „arrogant und gierig“. Nun meldet sich Tim Cook persönlich zum Wort und entschuldigt sich öffentlich vor chinesischen Kunden für die mangelnde Kommunikation seitens Apple , die einen solchen Eindruck erwecken konnte. Gleichzeitig verkündet Apples CEO neue Richtlinien für die Wartung und Garantie in China verkaufter Geräte.

Neu sind die Regelungen für die Vorgänger-Modelle iPhone 4 und iPhone 4S. Ursprünglich ließ Apples Support in China nur die defekten Bauteile austauschen und händigte dem Kunden das reparierte Gerät aus, wohingegen in Europa und in den USA die Kunden in solchen Fällen meistens ein neues oder generalüberholtes iPhone bekommen. Nun ändert Apple diesen Punkt in den Richtlinien, so dass auch die Käufer in China in den meisten Garantie-Fällen ein neues Smartphone bekommen. Zusätzlich wird die Garantiedauer entsprechend neu berechnet, ursprünglich galten in China die üblichen zwölf Monate nach dem Kauf, ungeachtet dessen, ob während dieser Zeit das iPhone ausgetauscht wurde oder nicht.

China wird zunehmend zu einem wichtigen Absatz-Markt für Apple. Seit mehr als zwei Jahren versucht das Unternehmen verstärkt, die wachsende Kaufkraft der chinesischen Kunden auch für sich zu gewinnen. So wurden im aktuellen Betriebssystem OS X Mountain Lion extra die neuen Funktionen für chinesische Nutzer hervorgehoben. Erst im Sommer letzten Jahres einigte sich Apple außergerichtlich mit dem bankrotten Display-Hersteller Proview, der die Markenrechte auf iPad in China hielt, so konnte das Unternehmen endlich offiziell die Tablets im Land vertreiben. Gleichzeitig erfreuen sich Apples Produkte auf dem chinesischen Markt einer Beliebtheit, die zuweilen ins Kuriose ausschlägt: Im Sommer 2011 entdeckte eine amerikanische Bloggerin in China einen ganzen Apple Store , der gefälscht war; bei dem Verkaufsstart von iPhone 4S waren etliche Kaufwillige in Bejing so frustriert, dass sie den Apple Store mit Eiern beworfen haben , nachdem sie kein neues Gerät mehr bekommen konnten.

 

 

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