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Tim Cook über Steuern und Datenschutz

21.12.2015 | 09:57 Uhr |

In einem ausführlichen Interview mit dem Fernsehsender CBS spricht Tim Cook über Apple als Steuerzahler und den Datenschutz.

Apple-CEO Tim Cook wirft in dem am Sonntag Abend im US-Fernsehen ausgestrahlten Interview Vorwürfe zurück, der Mac-Hersteller würde nur deshalb einen großen Teil seines Vermögens im Ausland halten, um Steuern in den USA zu sparen. Derartige Vorwürfe seien "politisch motiviert". Apple sei im Gegenteil der größte Steuerzahler in den USA und habe nur deshalb so viel Kapital außerhalb der USA angesammelt, da das Unternehmen einen Großteil seiner Geschäfte im Ausland bestreite. Hingegen seien die US-Steuergesetze veraltet, die an das 21ste Jahrhundert angepasst werden müssten. Apple zahle jeden US-Dollar, den das Unternehmen dem Fiskus schulde, stellte Cook in einem Interview mit CBS klar . Derzeit untersucht noch die EU-Kommission das Steuerabkommen, das Apple mit den irischen Behörden geschlossen hat. Der Vorwurf: Die irische Regierung gewähre dem international agierenden Konzern in seiner Niederlassung auf der Insel unfaire Steuervorteile. Die EU ermittelt jedoch auch gegen andere Konzerne, die mit Mitgliedsstaaten wie Luxemburg vergleichbare Abkommen geschlossen haben, etwa Google und Fiat.

Vor allem aber ist Apple in China profitabel, dort gebe es eine nach wie vor wachsende Mittelschicht, was entscheidend für einen Hersteller von Konsumgütern ist. Wenn Apple die im Ausland erzielten Gewinne "nach Hause" bringen wollte, wären darauf 40 Prozent Steuern fällig, was Cook als unvernünftig ansieht. Die geltenden Steuergesetze seien für das Industriezeitalter gemacht, aber nicht für die digitale Ära. Diese hätten schon längst geändert gehört, womöglich sei es aber schon zu spät dafür.

Im gleichen Interview erklärt Tim Cook einmal mehr Apples Haltung zur Verschlüsselung von iPhones. Zuletzt hatten Sicherheitsbehörden wieder lauter argumentiert, die starke Verschlüsselung würde Terroristen und anderen Verbrechern dabei helfen, sich unbemerkt zu Straftaten verabreden zu können. Tim Cook meint hingegen, dass Hintertüren in der Verschlüsselung eher kontraproduktiv wären. Man können beides haben: Datenschutz und Sicherheit, erklärt der Apple-CEO. Auf gerichtliche Anordnung werde Apple nach wie vor Anwenderdaten herausgeben, die Schlüssel liegen aber auf den Geräten und auf keinen Servern. Mit der Verschlüsselung schützt Apple höchst private Daten, wie etwa "vertrauliche Konversationen mit der Familie" oder die Gesundheitsdaten der Anwender - das wolle man  auf keinen Fall preisgeben: "Die Wahrheit ist:  Eine Hintertür ist für alle da, die Guten und die Bösen"

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