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TomTom kartiert alle deutschen Autobahnen bis Ende 2015 neu

22.07.2015 | 08:00 Uhr |

Bosch und TomTom entwickeln gemeinsam Karten für automatisiert fahrende Autos. Dafür müssen alle deutschen Autobahnen neu erfasst werden.

Erste Erprobungsfahrten mit der Bosch-TomTom-Karten-Technologie für das automatisierte Fahren finden unter anderem auf der Autobahn A81 statt. TomTom erstellt die Karten für das automatisierte Fahren, während Bosch die Anforderungen an Genauigkeit und Inhalte aus der Systementwicklung ableitet. Erste Teilkarten nutzt Bosch bereits für Testfahrten mit seinen automatisiert fahrenden Erprobungsfahrzeugen auf der Autobahn A81 in Deutschland und der Interstate I280 in den USA, wie beide Unternehmen heute mitgeteilt haben. Autobahnen und Autobahn-ähnliche Straßen in Deutschland sollen bis Ende 2015 für das automatisierte Fahren neu kartiert werden.

„Nur mit hochgenauen Karten können wir ab 2020 automatisiert auf der Autobahn fahren“, betont Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel die Bedeutung der Kooperation. „Bis Ende 2015 wollen wir neue, hochgenaue Karten von allen Autobahnen und Autobahn-ähnlichen Straßen in Deutschland für das automatisierte Fahren haben“, so Jan Maarten de Vries, Vice President Automotive von TomTom. Danach sollen die Straßen in Europa und Nordamerika abgedeckt werden.

So sieht es im Inneren eines der autonom fahrenden Bosch-Fahrzeuge aus. Der Aufbau gleicht den entsprechenden Versuchswagen von BMW oder Audi.
Vergrößern So sieht es im Inneren eines der autonom fahrenden Bosch-Fahrzeuge aus. Der Aufbau gleicht den entsprechenden Versuchswagen von BMW oder Audi.
© TomTom

Mehrere Kartenschichten und deutlich höhere Genauigkeit

Karten für das hochautomatisierte Fahren unterscheiden sich von Karten für heutige Navigationsgeräte vor allem in zwei Punkten, wie TomTom erklärt. Neben der deutlich höheren Genauigkeit im Dezimeter- statt im Meterbereich, besteht das Kartenmaterial für das hochautomatisierte Fahren zudem aus mehreren Schichten.

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Über die Basis-Navigationsschicht erfolgt die Berechnung der Fahrtroute von A nach B mit der Abfolge der zu befahrenden Straßen. Anhand der Lokalisierungsschicht ermittelt ein automatisiertes Fahrzeug seine genaue Position in einer Fahrspur. Dazu vergleicht es zum Beispiel Informationen zu Objekten, die es über die Umfeldsensoren erhalten hat, mit den entsprechenden Informationen in der Lokalisierungsschicht. So bestimmt das Fahrzeug seine relative Position zu diesen Objekten. Die darüber liegende Planungsschicht beinhaltet neben allen Attributen – Fahrbahnmarkierungen, Verkehrsschilder oder Tempolimits – unter anderem auch Informationen zur Fahrbahngeometrie, wie zum Beispiel Kurvenradien und Gefälle. Mit Hilfe der Planungsschicht entscheidet ein automatisiert fahrendes Fahrzeug beispielsweise, wann es die Spur wechselt.

Wichtig für Sicherheit und Komfort beim hochautomatisierten Fahren ist die Aktualität des Kartenmaterials. Informationen zu Staus, Unfällen, Wanderbaustellen oder Tempolimits müssen dem hochautomatisiert fahrenden Fahrzeug aktuell und rechtzeitig zur Verfügung stehen. Nur dann kann es vorausschauend die beste Fahrstrategie wählen.

Bosch und TomTom setzen hier auf mehrere Bausteine, um die Kartendaten aktuell zu halten: So wird die Kartierungsflotte von TomTom weiter regelmäßig im Straßenverkehr unterwegs sein und neue Straßen und Streckenführungen genau vermessen. Um auch kurzfristige Veränderungen im Straßenbild wie Staus oder neu aufgestellte Verkehrszeichen zu erkennen, planen TomTom und Bosch den Einsatz weiterer Fahrzeugflotten mit entsprechenden Sensoren an Bord. Die auf diese Weise gewonnenen Informationen über das aktuelle Verkehrsgeschehen werden an einen Server gemeldet, verifiziert und in die digitalen Kartendaten eingetragen. Diese werden einem hochautomatisiert fahrenden Fahrzeug dann aktualisiert zur Verfügung gestellt. Somit erhält es Verkehrsinformationen, die über die Reichweite der Umfeldsensoren hinausgehen.

Audi, BMW, Mercedes-Benz und Google erproben ebenfalls das autonome Fahren

Bosch ist mit seinen Experimenten mit autonom fahrenden PKWs nicht allein. Audi jagt zum Beispiel Rennwagen ohne Fahrer über den Hockenheim. Im Audi A8 bietet Audi ab 2017 sogar einen Stau-Piloten zum Kauf an. Und Mercedes-Benz-Limousinen fahren autonom durch Kalifornien. BMW wiederum fährt mit seinen autonomen Testwagen schon seit langer Zeit über die A9 und die A92.

Ganz zu schweigen von den Experimenten, die Google schon seit längerer Zeit mit seinen autonom fahrenden Autos durchführt. Seit diesem Sommer rollt sogar das komplett neu entwickelte Ei-förmige Google-Auto über die Straßen von Kalifornien.

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