Lexus LS mit 360-Grad-Lasersystem

Toyota präsentiert autonomes Auto auf der CES

08.01.2013 | 16:30 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Toyota hat auf der CES den Prototyp eines PKWs vorgestellt, der seine Umgebung selbstständig erfassen und theoretisch ohne Eingriff eines Menschen fahren kann. Möglich macht das eine Kombination aus Navigationssystem, Stereokameras und Radarsystem.

Toyota präsentiert autonomes Auto auf der CES (c)
Toyota
Vergrößern Toyota präsentiert autonomes Auto auf der CES (c) Toyota
© Toyota

Toyota stellt auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas seine Strategie für ein unfallfreies Autofahren der Zukunft vor. Grundlage dieses Sicherheitskonzeptes ist eine ganzheitliche Integration von Verkehrsteilnehmern, Fahrzeugen und Fahrumgebung. So sollen alle Bereiche der Fahrzeugsicherheit – von präventiven über aktive bis hin zu passiven Sicherheitssystemen – abdeckt werden.

Toyota präsentiert hierzu auf der Messe ein Forschungsfahrzeug (“Advanced Active Safety Research Vehicle“), das mit Hilfe einer Vielzahl von Sensoren und Steuerungssystemen ein nahezu vollständiges Abbild der Fahrzeugumgebung liefert. Einige dieser Schlüsselkomponenten könnten zu einem komplett autonomen Fahrzeug der Zukunft führen, doch dies ist nicht das Ziel des Automobilherstellers. Die Technologien sollen vielmehr dazu beitragen, die Fähigkeiten des Fahrers zu verbessern, seine Wahrnehmung der Umgebung zu steigern und ihn dabei zu unterstützen, in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, wie die Japaner betonen.

Das 360-Grad-LIDAR-Laser System (Light Detection and
Ranging) auf dem Dach des Lexus LS.
Vergrößern Das 360-Grad-LIDAR-Laser System (Light Detection and Ranging) auf dem Dach des Lexus LS.
© Toyota

Das Forschungsfahrzeug auf Basis des Lexus LS (Lexus ist die in Deutschland kaum bekannte Luxusmarke von Toyota) verknüpft unter anderem das Navigationssystem, Stereokameras, Radar und das neuartige 360-Grad-LIDAR-Laser System (Light Detection and Ranging). So soll das System in der Lage sein, sich bewegende Objekte im Fahrzeugumfeld zu erkennen, grüne und rote Ampelsignale zu unterscheiden und die Bewegungen des Fahrzeugs auf der Straße zu vermessen. Durch die Sensoren und Steuerungssysteme kann beispielsweise ein vollständiges Sichtfeld in schwer einsehbaren Kreuzungsbereichen erzeugt werden, wie Toyota verspricht.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Toyota-Sicherheitsstrategie ist die Erforschung intelligenter Verkehrssysteme (Intelligent Transport Systems – ITS), die das Fahrzeug mit der Fahrumgebung kommunizieren lassen. Zur Beschleunigung der Entwicklung von Fahrzeug-zu-Fahrzeug- sowie Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationssystemen hat Toyota im vergangenen November eine neue Testanlage am Standort des Higashi-Fuji Technical Center in Toyota City in Betrieb genommen. Dort wurde ein wirklichkeitsgetreues städtisches Umfeld mit Straßen und Verkehrszeichen eingerichtet, um die Kommunikationssysteme unter echten Bedingungen zu testen.

Mit Hilfe der neuen Technologien können Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur über Kurzwellensignale kommunizieren, um beispielsweise Kollisionen an unübersichtlichen Kreuzungen oder beim Spurwechsel zu verhindern. Auch Zusammenstöße mit Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern sollen auf diese Weise vermieden werden.

Toyota ist nicht der einzige Automobilkonzern, der in Las Vegas seine Fahrzeugkonzepte der Zukunft zeigt. Auch Ford und Audi nutzen die CES als Bühne für Ihre Forschungen.

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