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Google droht Strafe wegen Tracking von Safari-Nutzern

20.02.2012 | 06:44 Uhr |

Google bleibt unter allgemeinem Beschuss für Datenschutzverletzung. Durch illegale Tracking-Cookies in Safari soll die Firma nun klar gegen einen Vergleich mit FTC von letztem Jahre verstoßen.

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Für die Anschuldigung, dass Google die Tracking-Einstellungen in Apples Browser Safari missachtet und aushebelt, könnte die US-Handelsbehörde FTC saftige Zahlungen verhängen. Falls Google schuldig befunden wird, gegen ein Abkommen mit der FTC vom letzen März verstoßen zu haben, drohen Strafgebühren von bis zu 11.000 US-Dollar pro Vorfall. Wieviele Anwender betroffen sind ist noch ungewiss, aber Safari wird unter Mac-OS X, iOS und auch Windows-Plattform engesetzt und als Voreinstellung ist die Tracking-Option jeweils deaktiviert.

Jonathan Mayer, Sicherheitsforscher an der Universität Stanford (Palo Alto, Kalifornien), und ein technischer Berater von Wall Street Journal bestätigten und dokumentierten letzte Woche, dass Google entgegen den Kontroll-Einstellungen in Safari bei 23 der 100 meistbesuchten Top-Webseiten einen Art Web-Cookie einsetzt, um das Surf-Verhalten des Anwender nachzuverfolgen. Google lehnte die Darstellung prompt ab und Rachel Whetstone, zuständig für Kommunikation und öffentliche Richtlinien bei Google, beteuert, dass solche Cookies nur dann aktiviert werden, wenn der Anwender einen Dienst von Google nutzt - wie zum Beispiel Googlemail . Gleichzeitig räumte sie aber ein, dass Googles Cookie-Code die Installation von weiteren Reklame-Cookies von Google ermöglicht, auch wenn die Voreinstellung in Safari kein Tracking erlaubt.

Justin Brookman, Direktor im Zentrum für Demokratie und Technologie (CDT in Washington), einer Initiative für Datenschutz im Internet, hält es für "unglaublich dumm", dass Google solche Cookies entgegen den Richtlinien der FTC einsetzt - insbesondere da die Firma ohnehin schon in der Schusslinie von FTC und weiteren Datensutzorganisationen steht. Brookman erwartet, dass die US Handelsbehörde FTC umgehend auf die Anschuldigungen gegen Google reagieren wird. Auf Anfrage hat die Pressesprechern von FTC aber noch keinen Kommentar abgegeben.

Brookman erläutert, dass auch eine unbeabsichtigte Cookie-Installation durch Google Untersuchungen durch FTC nach sich ziehen wird, da seiner Ansicht nach jeder Code-Einsatz zum Aushebeln und Umgehen von Privatschutz-Maßnahmen unverantwortlich ist. Jeffrey Chester, CEO bei CDT, vermutet, dass Google sich im Konkurrenzkampf mit Facebook unter Druck sah und mit absichtlicher Auswertung der illegal erworbenen Daten unbedingt sich einen Vorteil im Online-Werbe-Markt verschaffte.

Die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog hat FTC umgehend dazu aufgerufen, Untersuchungen gegen Google einzuleiten. John Simpson, Datenschutz-Direktor der Organisation, weist daraufhin, dass Google schon in der Vergangenheit der Löge überführt wurde. Seiner Meinung nach sind alle Google-internen Datenschutz-Kontrollen wertlos, wenn sich die Firma einfach drüber hinwegsetzt. Simpson betont, dass die neue Anschuldigung gegen Google ein klarer Verstoß gegen den Vergleich mit FTC vom März 2011 darstellt und der US-Kongress auch ein eigenes Gesetz gegen Tracking in Betracht ziehen soll.

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