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Transmeta- Ein neues Prinzip (Teil 2)

31.03.2000 | 00:00 Uhr |

Nach fast fünfjähriger Entwicklungsarbeit kündigte im Januar 2000 das
kalifornische Unternehmen Transmeta zwei neue Prozessoren unter der
Bezeichnung "Crusoe" an. Die Chips bestehen im Gegensatz zur
Konkurrenz aus Hard- und Software. Durch diese Kombination lässt sich
nicht nur die Entwicklungsarbeit vereinfachen, die Chips sind auch
sparsamer im Stormverbrauch und kostengünstig herzustellen. In diesem
Teil der Serie gehen wir näher auf Transmetas "Code Morphing"-Prinzip
ein.

Code Morphing bedeutet, dass die Crusoe-Software x86-Code in den
eigenen Hardware-Befehlssatz übersetzt. Die VLIW-Hardware selbst
versteht keine x86-Anweisungen, sondern nur 128- oder 64-Bit-Code.
Bei der Übersetzung durch die Software entstehen zunächst sogneannte
"VLIW-Atome" mit einer größe von jeweils 32 Bit. "Moleküle" enthalten
bis zu vier Atome was einem Datenpfad von 128 Bit entspricht. Der
VLIW-Prozessor führt alle Atome in einem Molekül gleichzeitig aus.
Durch das Übersetzen der x86-Anweisungen in Crusoe-Atome ergeben sich
zwei jedoch wichtige Effekte: Der Prozessor kann schnell auf die
übersetzten Anweisungen zugreifen und entfaltet seine wahre Leistung
vor allem beim wiederholten Zugriff auf den eigenen 128- oder
64-Bit-Code im großen Crusoe-Cache.
Darüber hinaus soll die Filter-Funktion zur Beschleunigung und
Optimierung des Codes beitragen. Laut Transmeta ist rund ein Prozent
eines Programmcodes für 99 Prozent der Ausführungszeit
verantwortlich. Daher ist es wichtig genau festzulegen, welche Teile
des Codes optimiert werden sollen. Die Code Morphing Software
erstellt deshalb automatisch Statistiken, deren Resulate wiederum die
Übersetzung und das Filtern des x86-Codes beeinflussen. Der so
erzeugte Crusoe-Code ist übrigens größer als der Original-Code.

Martin Stein

Teil 1 des Reports

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